[rezension] This is not a love story

Soo..jetzt nochmal die ganze Rezi..kA was WordPress da mit meiner hübschen Rezi veranstaltet hat^^#

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Holly Bourne
Originaltitel: Soulmates
Ab 14 Jahren / 509 Seiten
9,95 € [D], 10,30 € [A]
ISBN: 978-3-414-82376-6
Ersterscheinung: April 2014

 HIER bestellbar

Zitat S.141

„Du hast schon einen leichten Knall, was?“, flüsterte er mir ins Ohr, was mir eine Ganzkörpergänsehaut verursachte.
„Jedes Mädchen hat einen leichten Knall. Einige vertuschen es nur besser als andere.“
„Da ist was dran. Mir gefällt, dass du nicht versuchst, es zu vertuschen.“

Meine Meinung: Als Penny und Noah bei der örtlichen Bandnacht aufeinandertreffen läuft die erste Begegnung nicht wirklich gut ab, eher im Gegenteil. Es endet in einem Desaster: Penny kippt aus den Latschen und Noah lässt sich erstmal von ihrer Männermordenden Freundin Ruth anschleppen. Der alle Klischees verachtenden Penny geht dieser Möchtegern-Rockstar Noah allerdings nicht aus dem Kopf. Andersrum geht es Noah nicht anders und die beiden kommen sich, trotz einiger(auch körperlicher) Schwierigkeiten näher. Langsam und nach und nach. Das Ende hält dann aber doch eine Überraschung bereit. Und dann gibt es da noch diese die normale Handlung unterbrechenden Kapitel, die offensichtlich zwar mit den beiden Protagonisten zu tun haben, aber nicht direkt ins Umfeld der Jugendlichen gehören.
Chelsea M. Cameron hat mit „This is not a Love Story“ ein für mich durchaus ergreifendes Buch über eine nicht nur erste, sondern absolute Liebe geschrieben. Über ein junges Paar, das trotz etlicher Schwierigkeiten, Pennys Überwindungsängsten und auch beider Vergangenheit zusammenfindet. Und letztendlich doch eine Überraschung bereithält. Ob man diese überraschende Wendung (die man übrigens durchaus ziemlich früh erahnen kann) nun für glaubwürdig hält oder für zu abgehoben sei jedem selbst überlassen, ich jedenfalls fand sie zumindest logisch erklärt, wenn ich mir auch nicht sicher bin ob ich das so mag oder nicht. Man sollte alternativen Ideen gegenüber aber aufgeschlossen sein um dieses Buch zu lesen. Ebenfalls sollte man den Titel des Buches ernst nehmen, denn es ist eben nicht nur eine Liebesgeschichte mit Happy End.
Der Klappentext deutet meiner Meinung nach ziemlich stark auf eine Liebesgeschichte hin. Hier sollte man sich vielleicht nochmal die Inhaltsangabe der englischen Ausgabe durchlesen, die finde ich deutlicher und genauer was den Inhalt angeht. Lest es gern HIER  nach. Auch das Cover der engl. Ausgabe weist meiner Ansicht nach nicht so stark auf eine Liebesgeschichte hin wie das sich küssende Pärchen der deutschen Ausgabe.
Sprachlich gesehen ist das Buch einfach geschrieben, also ohne großartig langen Sätze oder viele Fremdwörter, aber nicht langweilig. Da das Buch laut Verlag für Jugendliche ab 14 gedacht ist finde ich die Sprache auch vollkommen angemessen. Es lässt sich leicht und ohne Probleme lesen. Ich selbst habe beim Lesen auch ein Gefühl für die Figuren bekommen.

Zitat S.258
Da standen wir nun und guckten einander an.
„Ist es jetzt total kitschig, wenn ich sage, du wirst mir fehlen?“, fragte ich und zupfte ihn am T-Shirt.
„Nein“, sagte Noah. „Kitschig ist nur, dass ich gerade genau dasselbe sagen wollte.“
„Oh Gott, wie abgeschmackt wir doch sind.“

Was die Charaktere angeht werden wahrscheinlich einige Leser Penny(17) als absolute Klischeeprotagonistin ansehen. Sie selbst jedenfalls sieht sich als zynisch, selbstironisch und neigt zu schnellen Vorurteilen. Findet sich klischeehaft, weswegen sie versucht es eben nicht zu sein, mag keinen „Mädchenkram“, leidet seit mehreren Jahren an Panikattacken und hört nach eigener Aussage nur Musik von echten Menschen. Eigentlich bietet sie uns also Alles, was meiner Erfahrung nach ein Teenager in dem Alter auch tatsächlich ist. Irgendwie nervig, klischeehaft und liebenswürdig zugleich. Ihre Eltern sind toll, auch wenn ihre Mutter etwas überreagiert wegen der Panikattacken die kein Arzt wirklich zuordnen kann. Besonders knuddelig fand ich die Art ihres Vaters mit der ganzen Situation umzugehen.
Noah ist als Charakter natürlich der typische Held: gutaussehend, charismatisch, Musiker, humorvoll und seit ein paar Jahren neigt er zu depressiven Schüben. Natürlich ist die Gestaltung der beiden Hauptcharaktere klischeehaft, aber mal ehrlich: welche Siebzehnjährigen sind das nicht, auch wenn sie gerne behaupten es nicht zu sein oder es versuchen nicht zu sein, was dann ja auch schon wieder irgendwie klischeebehaftet ist. Also egal was man macht/schreibt, es ist eh falsch für irgendwen. Für mich war es vollkommen ok so.
Das Buch und die Story leben für mich aber auch von den gut erdachten Freundinnen(ebenfalls alle 17) um Penny herum. Da wären zum einen die rasende Reporterin und beste Freundin Lizzie, die einfach wegen ihrer Karriere keine Zeit für einen Mann hat und tief in ihren Träumen auf den Einen wartet. Dann gibt es da die männermordende Femme fatale Ruth, die quasi alle bespringt, die nicht schnell genug auf dem Baum sind, aber mit ihrer lockeren Art auch mal die Stimmung hebt. Und die krampfhaft schüchterne Amanda mit ihrem Freund Johnno, der ebenso schüchtern ist wie sie. Zusammen bilden sie ein eigentlich ziemlich realistisches und natürlich leicht überzogenes Quartett.
Die Geschichte aus „This is not a Love Story“ ist aus Pennys Sicht im Ich-Erzähler geschrieben. Dabei fand ich es sehr gut, dass man Pennys inneren Dialog in den einzelnen Situationen direkt miterleben kann, was manchmal dann auch witzig ist. Die Story ist unterteilt in mehrere Kapitel die durchnummeriert sind. Unterbrochen werden diese durch kursiv gedruckte Zwischenkapitel, die anfangs scheinbar nichts mit der Handlung der Jugendlichen zu tun haben. Das Buch hat sowohl einen Prolog, also auch ein Endkapitel. Vom Schreibstil her fand ich das Buch sogar recht gut geschrieben. Es passt zum Alter der Protagonistin und auch zur angedachten Leserschaft. Ich mochte Bournes Beschreibungen und auch die Gefühle sind für mich gut rübergekommen, wenn man sich denn auf diese Kitschgeschichte die dann doch keine ist einlässt, aber das muss jeder selber wissen.

Fazit: Das Buch von Holly Bourne hat mich persönlich mitgerissen und euphorisch grinsend in die Klinge laufen lassen, ohne dass ich es gemerkt hätte, obwohl ich es bereits geahnt hatte. Erst war ich geschockt, doch auch der Schock konnte mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass mir das ganze Buch eigentlich richtig gut gefallen hat. Taschentücher sollte man aber je nachdem wie empfindsam und in welcher Stimmung man ist definitiv dabei griffbereit halten. 4,5 von 5 Sternen

 

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an dtv und Vorablesen.

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[Kinderbuchrezi] Pink Pirates und der Prinzenkuchen

Sylvia Englert Gosia Kollek
Pink Pirates und der Prinzenkuchen
Ab 4 Jahren / 32 Seiten
28,8 cm x 22,2 cm
12,95 € [D], 13,40 € [A], CHF 18,90
ISBN: 978-3-7607-8480-9
Erhältlich ab März 2013

Kurzbeschreibung laut arsedition:Pink, pink, pink!
Lotta, Lulu und Lila – diese drei Schwestern sind die „Pink Pirates“. Mit großen Herzen und dem Piratenschiff „Pink Pearl“ helfen sie denen, die in Not sind. Und Hilfsbedürftige gibt auf hoher See praktisch auf jeder Welle… Eines Tages entdecken die Pink Pirates zum Beispiel etwas Eigenartiges: Da fährt ein Schiff … rückwärts… Warum nur?
Was passiert, wenn ein Prinz Geburtstag hat, doch seiner Schiffsmannschaft nichts von der bunten Torte abgibt? Klar, die Seemänner schmollen und weigern sich, das Schiff weiterhin zu steuern. Zum Glück kommen da die drei Piratenschwestern vorbei: Denn als sie den Prinzen überreden können, sich zu entschuldigen – ist die Mannschaft wieder zufrieden. Und auch als der gefährlichste Pirat der Welt vorbeikommt, haben die Pink Pirates schon eine Lösung parat.

Unsere Meinung: Die drei Schwestern Lila, Lotta und Lulu wollten schon immer Piratinnen werden. Aber natürlich keine gemeinen, also beschlossen sie Piratinnen zu werden die anderen helfen. Seitdem befahren die drei mit ihrem Schiff der „Pink Pearl“ die Meere um anderen zu helfen, die Hilfe brauchen. In diesem Buch sind die drei Schwestern eigentlich auf dem Weg um eine Geburtstagtorte auszuliefern als sie auf ein rückwärtsfahrendes Schiff stoßen. Auf dem Schiff treffen sie auf Prinz Divo dessen Crew ziemlich sauer auf ihn ist, weil er seinen Geburtstagskuchen nicht mit ihnen geteilt hat. Die drei Schwestern versuchen den Konflikt für alle positiv zu lösen, als gefährliche Piraten Prinz Divos Schiff ausrauben wollen.

Die Story über die drei pinken Piratenschwestern fängt gut an, endet meiner Meinung nach aber nicht ganz so glücklich. Theoretisch beginnt sie mit der Thematik des Entschuldigens, der Einigung und einem Einblick in Gerechtigkeit. Das gelingt der Autorin auch anfangs ganz gut, aber dann wird die Verfehlung des Prinzen mal eben ganz lapidar mit einer halbherzigen Entschuldigung die ohne sinnvolle Einsicht gemacht wird vom Tisch gewischt und zack..wendet die Geschichte und der böse Pirat taucht auf. Natürlich haben die Pink Pirates eine Lösung parat und schließlich feiern alle zusammen auf ihrem Schiff. Was ich generell auch gut finde, aber mir fehlt pädagogisch gesehen einfach wohin das führen soll. Diese schnelle Wendung finde ich ja noch in Ordnung, aber die Lösung davor zu einfach. Die gemeinsame Feier mit den Piraten und der Prinzenmannschaft ist toll, doch an dem Punkt hätte man die Geschichte meiner Ansicht nach abschließen sollen. Der abschließende Teil mit dem spontanen Heiratsantrag Prinz Divos und den dann auftauchenden Kätzchen im Laderaum ist für mich so vollkommen sinnfrei.
Der eigentliche Spagat zwischen der eher jungenhaft angehauchten Piratenthematik und dem pinklastigen Mädchendenken gelingt aber trotz Allem ganz gut.

Die Geschichte der Pink Pirates ist von der Sprache kindgerecht erzählt, es lässt sich gut vorlesen. Trotzdem gibt es ein paar Stellen die einfach seltsam klingen der Wortwahl wegen. Generell denke ich aber, dass Kinder der Geschichte gut folgen können.

Das Cover mit der glitzernden Schrift fällt natürlich ins Auge, genauso wie das rosapinke Piratenschiff. Die Zeichnungen sind sehr liebevoll und detailreich gestaltet. Trotz der natürlich auffällig pinkrosanen Farbgestaltung wirken die Zeichnungen nicht zu überladen und sind wirklich niedlich.

Fazit: Betrachtet man das Buch aus dem pädagogischem Blickwinkel fehlt mir wirklich noch einiges um das Buch zu einem wirklich wertvollem Kinderbuch zu erklären. Für die Verbindung zwischen Piratenwelt und rosapinken Mädchengedanken reicht es aber allemal. Meiner Tochter hat es jedenfalls ganz gut gefallen und das ist die Hauptsache. 3,5/5 Sternen

Herzlichen Dank an vorablesen und arsedition für das Rezensionsexemplar von Pink Pirates.