Diabetes, meine Mum und ich..

Seit Freitagabend ist meine Mum im Krankenhaus. Spontane Kurzatmigkeit, weiche Knie, Bluthochdruck und in irgendeiner Form Zucker spielten da mit rein.
Als wäre der Umzug und der Beginn eines neuen Lebensabschnitts nicht schon stressig genug musste meine Mum sich ausgerechnet jetzt „aussuchen“ um wieder umzukippen. Schon seit einiger Zeit läuft es nicht besonders gut mit ihrer Diabetes die vor ca 1 1/2Jahren diagnostiziert wurde. Jetzt hatte sie soviel Stress, dass sie eben ins Krankenhaus gekommen ist.
Zur Zeit wird sie immer noch durchgecheckt. Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Herzultraschall, Blutuntersuchung, noch eine Blutuntersuchung ob sie überhaupt wirklich an Typ II erkrankt ist..bisher alles ohne wirklichen Befund. Zumindest hatte sie weder einen Schlaganfall, noch einen Herzinfakt.
Auf das Ergebnis von der Diabetesuntersuchung warten wir noch, das kommt erst am Freitag zurück.

Irgendwie könnte ich mich momentan selbst in den Allerwertesten beißen, dass ich meine Mum nicht mal eher getreten habe zu diesem Diabeteszentrum zu gehen. Die Überweisung dafür hat sie ja auch erst seit paar Wochen..oder sind es schon Monate?!
Andererseits ist sie ja auch erwachsen und irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass meine Mum verantwortungbewusst wie sie die letzten 50 Jahre immer, aber auch wirklich immer war sich um diese Krankheit kümmert, die sie nun das restliche Leben mit sich tragen wird. Hat sie aber anscheinend nicht. Und ihr neuer Macker Lebensgefährte hat sich wohl auch nicht darum gekümmert. Hauptsache es ist genug Bier und Fleisch im Haus.

Ich bin so wütend gerade. Auf mich, auf meine Mum, auf ihren Typen. Ich weiß kaum wo mir der Kopf steht und jetzt das noch dazu.
Ich mein, mal ehrlich: sie wusste nichtmal, dass sie ein sofort wirkendes Insulin hat, keins das verzögert wirkt. Trotz der rauf und runterspringenden Werte nach dem Messen hält sie es nicht für nötig mal ihrem Arzt auf die Zehen zu treten und sich vernünftig einstellen zu lassen.
Ich hab ihr gesagt, das kann doch nicht so sein(und ich weiß echt nur das Gröbste über Diabetes bisher) und ihr vorgeschlagen, dass sie sich einfach sofort ein Notizbuch schnappt und genau Buch führt über ihre WErte, wann sie misst, was sie gegessen hat und sportliche Aktivitäten und das dann direkt komplett ihrem Arzt vorlegen kann.
Auch das hat sie wohl mehr sporadisch gemacht, als richtig ernst genommen. Sie hatte bisher keine Ahnung von BE oder einer Ernährungsumstellung (sie esse ja eh schon fettarm und sowas). Wenn der Wert sehr hoch ist wird halt mal ne Einheit mehr gespritzt und ansonsten hat sie fast alles richtig gemacht. Genau Mutter, deswegen liegste ja auch ne Woche im Krankenhaus!!
Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich verstehen, wie man so, ja dumm mit dieser Situation umgehen konnte. So leichtfertig, so..so..mir fehlen einfach die Worte dafür.

Damit mir das zumindest nicht mehr passiert und ich mich auch nicht mehr selbst nicht mehr leiden kann, habe ich mir von meiner Tante ein bischen Infomaterial aus der Apotheke(sie arbeitet da) mitbringen lassen. Nochmal lasse ich mir nicht von meiner Mum erzählen es ist doch alles gut und nur halb so schlimm.
Ich hab euch mal ein Foto gemacht was ich mir die nächsten Tage so durchlesen werde. Und irgendwie hab ich jetzt mehr geschrieben als ich wollte, aber ich musste das einfach loswerden.
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