[rezension] -Zersplittert-

Teri Terry
-Zersplittert-

Originaltitel: Fractured
Ab 14 Jahren / 432 Seiten(gelesen als .epub)
17,95 € [D]
ISBN: 978-3649611844
Ersterscheinung: Januar.2014

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Meine Meinung: Der zweite Teil der Trilogie von Teri Terry beginnt kurz nach den Ereignissen in Band 1. Trotzdem bekommt man nach und nach genügend Informationshäppchen um nicht nochmal den ersten Band nachlesen zu müssen. Kyla kehrt nach den Ereignissen mit Ben und dem geheinnosvollen Hatten zurück zu ihrer Familie und lebt äußerlich ihr Leben als geslatete weiter. In ihrem Kopf brodelt es allerdings mehr, als so mancher Beobachter wohl ahnt. Ihre Erinnerungen kehren Stückchenweise zurück. Aus ihrer Kindheit, ihrem Leben vor dem Slaten, von ihren Träumen, über ihr altes Leben. Doch Kyla ist trotzdem noch auf der Suche nach ihrer Vergangenheit.

Auch dieses Mal wird das Buch aus Sicht Kylas erzählt und es gelingt der Autorin wie in Teil 1 durch ihre tolle Art zu erzählen den Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt von Kyla zu versetzen, die mich schon beim ersten Mal so überzeugt hat mittendrin zu sein. Das Buch zu lesen hat mich wie schon beim ersten Mal total gefesselt, man möchte eigentlich gar nicht aufhören.

Kyla als Charakter ist symphatisch und man kann sich gut mit ihr identifizieren, ihren Gedanken folgen und sie auch verstehen. Dieses Chaos in ihrem Kopf nachvollziehen. So weiß man auch als Leser nie genau wem man trauen soll, wenn neue Charaktere in der Geschichte auftauchen. Genau wie Kyla. Sie ist hin und her gerissen und weiß weder wer Freund, noch wer Feind ist oder richtig und falsch. Das hält den Spannungsbogen der Geschichte, trotz einiger etwas langatmigeren Stellen weiter aufrecht. In diesem Teil der Geschichte erfährt man auch etwas mehr über das System in dem diese Welt spielt und den Widerstand/die Personen gegen das System, was die Spannung nochmal zusätzlich pusht. Das einzige was mich nicht wirklich überzeugt hat ist ihre für mich irgendwie doch recht schammig bleibende „Liebe“ zu Ben.

Ansonsten kann man wirklich gut die Entwicklung Kylas beobachten. Im ersten Band ist mir das schon sehr positiv aufgefallen, hier tritt es durch die Erinnerungen noch deutlicher hervor. Auch die teils doch recht schrecklichen Dinge die Kyla in ihrem Leben erfahren hat werden nach und nach eingeführt, so dass auch zartbesaitete Leser nicht komplett verschreckt werden. Die Autorin zeigt glaubhaft auf, wie das menschliche Hirn manipuliert werden kann und auch wie extrem es sich gegen diese Behandlung wehren kann, wenn es muss. Das macht das Buch wirklich zu etwas Besonderem.

Das Cover ist gut abgestimmt auf den ersten Teil „Gelöscht“ und unterscheidet sich nur durch Farbe und den Schriftzug.  Der Einband des ersten Teils war noch farblos und frau, wirkte am Rand wie gemauert. Bei diesem Teil wirkt alles etwas lebhafter durch den rotbraun Ton. Ich bin gespannt wie der dritte Teil gestaltet ist.

 

Fazit: Ein wirklich gelungener zweiter Teil, der mich durch seine Steigerung zu Teil1 wirklich überrascht hat. Auch wenn dieser Teil ein paar Längen hatte, „Zersplittert“ hat mir mehr als nur einfach gut gefallen. Das macht das Warten auf Teil3 nicht wirklich leichter, aber es lässt einen hoffen, dass der Trilogieabschluss ein wirklich grandioses Finale bietet.
5/5 Sternen

 

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an Coppenrath und BdB.

[rezension] Angelfall(Penryn&the End of Days #1)

Susan Ee
Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 400 Seiten
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A]
ISBN: 978-3-453-26892-0
Ersterscheinung: 26. August 2013

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Meine Meinung: Eine postapokalyptische Welt (Kalifornien), sechs Wochen  nach den ersten Angriffen. Die meisten größeren Städte haben ganz schön etwas abbekommen, die Menschheit stark dezimiert , Regierungen zerstört. In den Stadten verstecken sich vereinzelte Menschen in den verlassenen Häusern und versuchen zu überleben. Gangs streiten um die einzelnen Gebiete. Immer wieder tauchen Flügel am Himmel auf.
Mittendrin Penryn, ihre querschnittsgelähmte Schwester Paige und deren an paranoider Schizophrenie leidende Mutter. Diese drei befinden sich gerade auf dem Weg zu einer sicheren Unterkunft, als sie eine Verfolgung unter den Angreifern miterleben. 5 Engel verfolgenen einen einzelnen Verletzten, schlagen ihn nieder und schneiden ihm seine Flügel ab. Um Paige und ihrer Mutter eine Chance zu geben zu entkommen mischt sich Penryn in diese Verstümmelung ein und rettet dem verletzten Engel das Leben. Einer der Angreifer schnappt sich allerdings daraufhin Paige. Pernyn beschließt den verletzten Engel mitzunehmen um herauszubekommen wohin Paige gebracht werden könnte. Der Engel, Raffe und Penryn machen den Deal, dass er sie zum Horst der Engel bringt und sie ihm hilft einen Chirurgen für seine Flügel zu finden.
Zusammen machen sie sich zu Fuß auf den Weg. Unterwegs treffen sie auf ein Wiederstandscamp das plant den Horst anzugreifen und verbringen ein paar Tage unter dessen Gastfreundschaft. Ob Penryn und Raffe es schaffen zum Horst zu kommen und was sie wenn ja dort erleben; ob Raffe sich seine Flügel wieder annähen lassen kann und was dieser Engel sonst noch so verbirgt..das müsst ihr leider selber lesen.

Im ersten Teil dieser Reihe hat mir sehr gut der Schlagabtausch gefallen, die Dialoge zwischen Penryn und Raffe. Penryn ist eine sehr starke junge Frau, ein Charakter der nicht so leicht aufgibt. Die mitgelieferten Erklärungen dafür, warum Penryn so taff ist und nicht wehrlos, sondern sogar recht gut ausgebildet ist sind mir deswegen besonders positiv aufgefallen.

Raffe ist anfangs ein ziemlich undurchsichtiger Charakter und erst später taut er etwas auf. Man erfährt andeutungsweise warum er so ist, aber genaueres bleibt erstmal im Dunkeln. Wer sich allerdings etwas mit den biblischen Engeln, Erzengeln und Dämonen auskennt kann hier schon eher einige Tendenzen erkennen. Beide Charaktere nähern sich im Laufe der Geschichte etwas an, aber so richtig deutlich wird das in diesem ersten Band noch nicht.

Über das Cover kann ich euch leider nur sagen, dass darauf Engelsflügel abgebildet sind. Ich hatte das Buch tatsächlich noch nicht in der Hand, gelesen hab ich die ebook-Ausgabe im epub-Format. So richtig aussagekräftig finde ich das Cover allerdings nicht, also ich empfinde es nicht so richtig als Eyecatcher. Passend ist es sicherlich.

Die Sprache von Susan Ee ist jugendlich gehalten, aber man merkt, dass es deutlich für eher ältere/junge Erwachsene geschrieben wurde. Schon wegen einiger doch recht brutaler und manchmal auch ekligen Szenen die im Buch vorkommen und dann auch noch genau beschrieben sind. Im Verlauf der Handlung hat das Buch leider einige Logikfehler und deutliche Schwächen. Anfangs fand ich das Buch wirklich atmosphärisch, aber gegen Ende hätte ich mir ein paar mehr Antworten gewünscht. Mehr darüber warum gerade die Welt von Engeln angegriffen wurde. Mehr Text auf den Seiten und nicht zwischen den Zeilen. Eigentlich weiß man gar nicht genau was gerade in der Welt so abgeht oder warum die Engel nun eigentlich über die Welt herfallen.
Natürlich weiß Penryn die uns diese Geschichte erzählt(Er-Erzähler aus ihrer Sicht) auch nicht mehr als der Leser, aber so ab und an noch ein paar Informationsstückchen mehr hätten auch nicht geschadet. Ich hoffe im nächsten Band(der im November’13 auf englisch erschien) gibt es ein paar Anworten.
Trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Fazit: Ein wirklich spannendes Buch, das trotz einiger Logikfehler neugierig macht auf den nächsten Teil von Susan Ee. Schon, weil ich von Erzengeln schon immer fasziniert war und ich außerdem wissen will, wie es mit Penryn und Raffe weitergeht und sehr gerne noch so einige Antworten auf offengbliebene Fragen hätte.
3,5-4/5 Sternen

[rezension] Grumpy Cat

IMG_4237Grumpy Cat
96 Seiten
9,99 € [D], 10,30€ [A]
ISBN: 978-3-8458-0415-6
Ersterscheinung: 14.10.2013

Hier könnt ihr das Buch bestellen und ins Buch hineinblättern.

Meine Meinung: Dieses Buch ist laut eigener Aussage das einzige Buch mit schlechter Launegarantie. Diese überaus grummelige Katze ist genetisch betrachtet eine Laune der Natur. Richtig vermarktet allerdings ist Grumpy Cat ein voller Erfolg. Seit 2012 findet man diese grummelige Katze momentan ziemlich oft im World Wide Web und gerne auch auf Facebook. Sie hat sogar eine eigene Internetpräsenz, es gibt T-Shirts und Tassen mit ihrem Gesicht drauf.
Von dort schmiedet sie unschlagbar fiese Pläne zur Vergrummelichung der Welt, durchkreuzt die positiven Gedanken der Menschheit und niedlicher Kitten. (Hunde erwähnt man besser erst gar nicht in ihrer Nähe.)

Generell wären die Bilder dieser „schlecht gelaunten“ Katze alleine vielleicht gar nicht so lustig, also jedenfalls auf Dauer nicht. Aber irgendein äußerst begabter Mensch denkt sich zu den Bildern solch herrlich makaberen, teils eigentlich altbekannt-klassischen Sprüche aus, dass sich das Ansehen der Grumpy Cat-Bilder auf jeden Fall lohnt.
Unterbrochen werden die Fotos von kleinen Rätseln für Grummelanfänger, Geschenkeleitfäden, Anleitungen für eine Grummelparty, diversen Grummelerklärungen oder Fotos von Momentaufnahmen von Grumpy und seinem Zuhause.
Autor dieses Büchleins ist natürlich unsere grummelige Katze selbst, wer sonst! Sie berichtet uns also aus erster Hand wie man zum besten Grummler aller Zeiten wird und wie sie die Welt sieht.

Dieses kleine gebundene Büchlein, das innen aus dickerem, sich leicht rauh anfühlendem Papier mit einigen Bildern der knuddeligen grummeligen Katze bedruckt ist liest sich mit seinen 96 Seiten -und natürlich relativ wenig Text- sehr schnell.
Aber es hat immerhin bisher nicht nur mich bespaßt, sondern ich hatte es mit zur Arbeit genommen und direkt noch drei weitere Personen damit zum grummeln schmunzeln gebracht. Ein voller Erfolg also.

Fazit: Als Geschenkbuch für Fans der grummeligen Katze würde ich es sofort empfehlen. Allen die lernen wollen wie man von Grund auf grummelt, sollten dieses Buch auch auf jeden Fall lesen. Obwohl, vielleicht auch besser nicht, man amüsiert sich viel zuviel dabei. Einzig mehr unterschiedliche Fotos mit Sprüchen hätte ich mir gewünscht. In dem Sinne: denkt grumpy!!
4 von 5 Sternchen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an den arsedition und BloggDeinBuch.

[rezension] Boy Nobody 01

Allen Zadoff
Ab 14 Jahren / 336 Seiten
16,99 € [D], 17,50 € [A]
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Ersterscheinung: 03.09.2013

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Das Lederpolster im Mercedes fühlte sich weich an.

Man versinkt förmlich darin. Am liebsten möchte man sich heinfallen lassen und alles um sich herum vergessen.“

Meine Meinung: Wir lernen unseren Boy Nobody(der in Wirklichkeit Zach heißt) mitten in einem Auftrag kennen. Zach hat sich im Auftrag des Programms mit dem Jungen Jack angefreundet. Dessen Vater ist das eigentliche Auftragsziel. Er tötet den Vater und ist dank guter Planung sehr schnell vom Erdboden verschwunden. Nichts weist auf ihn hin. Dann wartet er auf die nächste Nachricht von ‚Mum‘ und ‚Dad‘. Zwischendurch blitzen immer mal wieder kurze Erinnerungen an sein frühreres Leben auf. Der zweite Auftrag den er bekommt scheint erst genauso zu laufen wie seine letzten, entwickelt sich aber dann ziemlich anders als Zach anfangs gedacht hätte.

In Boy Nobody 1 von Allen Zadoff begegnet uns eigentlich ein ziemlich brutales und trauriges Thema. Zach wurde mit 12 Jahren von seinen Eltern entführt, nachdem sich ein Junge in sein Leben geschlichen hat um seinen Vater zu töten und sich zuvor mit ihm angefreundet hatte. Das Programm entführt ihn und bildet ihn ebenfalls  aus. Wäscht sein Gehirn und dreht ihn quasi komplett herum, immer in dem Glauben das seine Eltern getötet wurden. Vom normalen Zwölfjährigen zum Superkiller. Unauffällig und leise. Das Ganze hier erinnert ein bischen an Jason Bourne in jungen Jahren, nur ohne die Schusswaffen. Würde dieses Buch verfilmt werden, wäre es definitiv ein eher ruhigerer Agententhriller. Mehr im Stil von Metal Gear Solid, denn wirklich Jason Bourne. Mir würde es auf jeden Fall so gefallen.

Boy Nobody ist geschrieben in der Ich-Erzählerperspektive, aus Zachs Sicht. Die Kapitel sind sehr kurz und die Überschriften sind eigentlich gar keine. Es ist immer bereits der erste Satz des Kapitels, also nicht überlesen. Besonders auffällig am Sprachstil fand ich die Art Zach erzählen zu lassen.  Es ist als würde man ein Tagebuch live miterleben. Die einzelnen Sätze sind kurz, fast abgehackt. Militärisch könnte man sagen, eigentlich passend zur Art des Buches in der aus einem unschuldigen Jungen ein Soldat gemacht wird. Zwischen der eigentlichen Handlung um seine Aufträge als Killer tauchen immer wieder bruchstückhafte Erinnerungsfetzen an sein Leben „vorher“ auf.

Zugegeben, zu anfangs hatte ich ganz schön Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden. Die Sätze sind wirklich sehr kurz und gewähren einem erst keinen gleitenden Lesefluss. Nahezu stakkatisch abgehackt. Liest man aber ein paar Seiten weiter ergibt der Stil doch tatsächlich Sinn, denn genauso wie er schreibt denkt Zach anfangs auch. Kurz und umunwunden. Nicht mehr als nötig um es mal böse auszudrücken. Deswegen bekam ich zuerst gar keinen Zugang zu Zach. Das gibt sich aber mit der Zeit. Es passt wie gesagt zur Thematik des Buches und gibt einem einen guten Einblick in Zachs Wesen. Einmal das aktuelle und dann noch die Seite, die immer wieder aufblitzt und zu seinem alten Ich gehört.

Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten und zeigt eine kleine Aussicht eines Parks in dem man einen Mann vom Beobachter weglaufen sieht. Zudem ein Fadenkreuz. Ich denke besser kann man das Thema gar nicht darstellen. Gut gelungen auf jeden Fall. Ohne Schutzumschlag ist das eigentliche Buch dann komplett rot mit einem Fadenkreuz in dessen Mitte man ein Einschussloch sieht. Die rote Oberfläche sieht zudem noch aus wie „abgeschrabbt“.

Fazit: Ein Jugendagententhriller der ruhig und leise, aber nicht langweilig daherkommt. Und die Thematik wie die Vergangenheit vom Protagonisten bieten noch eine Menge Platz für eine super Steigerung in den nächsten Büchern.
 4/5 Sternen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an bloomoon und BdB.

[rezension] Frostblüte

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Zoë Marriot
Frostblüte/FrostFire
Ab 14 Jahren / 464 Seiten
14,99 € [D], 13,40 € [A]
ISBN: 978-3-551-31270-9
Ersterscheinung: 17.10.2013

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„Mein Mund schmeckte nach Staub und Eisen.
Der kühle, weiße Nebel, der sich am frühen Morgen die Berghänge hinunterwälzte, war verschwunden, weggebrannt von der inzwischen hoch am Himmel stehenden Sonne. Von Zeit zu Zeit drang ein greller Lichtstrahl durch das silbrig blaube Laubdach und blendete mich.“

Meine Meinung: Wir begegnen dem Mädchen Frost(17) auf der Reise zu etwas von dem sie ausgeht, dass es sie heilen kann. Heilen von dem in ihr verborgenen Dämon. Im Prolog lernen wir die junge Frost kennen, deren eigentlicher Name Saram lautet. Sie erzählt aus ihrer Kindheit, dem ersten Mal, als sie dem Wolf „begegnete“ und ihrer Beziehung zu ihrer Mutter.
Auf Frosts späterer Suche versucht sie einen Ziegenhirten vor Wegelagerern zu retten, der allerdings keine Rettung benötigte, da er zu einer Bergwacht gehört und das Ganze eigentliche eine Falle sein sollte. So lernt Frost jedenfalls Luca und Arian kennen. Wenn auch anfangs nicht freiwillig bleibt sie letztlich bei Luca und seiner Bergwacht. Sie verliebt sich und sie findet einen Weg zu sich.

Frostblüte von Zoë Marriot ist im Ich-Erzähler aus Frosts Sicht geschrieben. Der Schreibstil von Zoë Marriot war für mich sehr eindringlich und ich kam Frosts Innenleben dadurch sehr nahe. Durch den in meinen Augen tollen Stil fand ich die Geschichte sehr bildgewaltig, auch wenn es insgesamt gesehen eine ruhige Geschichte ist. Es geht hier mehr um das Innenleben von Frost, ihren Ängsten und unterdrückten Gefühlen unter denen sie aufgewachsen ist und ihren unterdrückten Gefühlen, als um laute, eindringliche Gespräche und schnelle Action.

Immer wieder gibt es in der Geschichte Rückblenden, kurze Erinnerungen oder Einsicht in Frosts Träume, die den Leser  Stückchenweise erkennen lassen warum irgendetwas gerade so und nicht anders passiert ist. Die Charaktere der Geschichte, auch die Nebencharaktere sind liebevoll gezeichnet und besitzen Stärken, Schwächen und zeigen in einigen Fällen auch eine nachvollziehbare Entwicklung.
Das Einzige was ich leider bemängeln muss ist, dass es am Ende doch ein bissel arg schnell geht, da hätte man wegen mir ruhig noch so 30-40 Seiten dranhängen können.
Das Land in dem die Geschichte spielt wird nur grob umrissen, die aktuelle Gegend in der sich Frost befindet aber dann doch immer recht genau beschrieben. Der grobe Umriss des Landes hat mir aber vollkommen genügend.

Das weiße Cover mit dem Wolf und dem Mädchenportrait finde ich irgendwie gut, obwohl ich mir nicht wirklich sicher bin, ob mich das Cover angesprochen hätte. Schwer zu sagen, da ich zuerst die Inhaltsangabe und den Titel gesehen habe. Trotz Allem hätte das Cover nicht passender gestaltet sein können.

Fazit: Ein toller Fantasyjugendroman, der nicht nur eine schöne Idee hat, sondern auch eine tiefgreifendere Geschichte, wenn man sich darauf einlässt. Durch die frostige Umgebung kann man das Buch auch gut in der Winterzeit lesen. Das ganze Buch fühlt sich überhaupt sehr märchenhaft sanft an, perfekt für diese Jahreszeit. 5/5 Sternen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an Carlsen Choice und Lovelybooks.

[rezension] William von Saargnagel und der purpurne Traum

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Alfons Theodor Seeboth
William von Saargnagel und der purpurne Traum (Teil1)
Ab 10 Jahren / 401 Seiten
16,90 € [D]
ISBN: 978-3-943406-25-2
Ersterscheinung: 2013

 hier zur Buchseite vom Verlag

Meine Meinung: Vorab möchte ich sagen (und das hat eigentlich weniger mit der Rezension an sich zu tun, aber ich finde es sollte mal gesagt werden), dass ich das Buch nicht alleine erhalten habe, sondern noch einige Beilagen mitgeliefert wurden. Das Buch hatte gute Gesellschaft mit Postern in zwei Größen, Postkarten, einem Lesezeichen, einem Luftballon(den Tochterkind direkt gebunkert hat) und das Buch kam sogar signiert. Sehr symphatisch wie ich fand. Beeinflusst aber meine Meinung natürlich nicht.

Das Buch handelt vom neunjährigen William, der als Baby aus Sicherheitsgründen von seiner Mutter ins Waisenhaus gebracht wird. Dort verbringt er neun Jahre die nicht wirklich glücklich verlaufen. Auch bei den Pflegefamilien, besonders bei der Letzten läuft es mehr als schlecht. Bis die kleine Drachendame Nildani bei ihm auftaucht und ihn mitnimmt in die magische Welt in der William plötzlich mehr ist als nur ein Elternloser Junge. Er kommt auf eine magische Schule, wird ein Graf, Druide und Werwolf und er findet nicht nur Freunde, sondern auch einen Teil seiner Familie.

Erzählt wird die Geschichte aus der Er-Erzählerperspektive von William und Nildani. Sprachlich fand ich das Ganze allerdings etwas holprig. Vielleicht lag es daran, dass es direkt in deutsch geschrieben wurde ohne übersetzt zu werden, aber für mich las es sich an etlichen Stellen einfach nicht rund. Teilweise fand ich die Sprache auch für einen Jungen von neun Jahren (und seinen Freunden) manchmal etwas zu weit entwickelt, öfters abgehoben und nicht locker genug. Man kann das zwar akzeptieren unter dem Aspekt, dass William als Druide und Werwolf schneller altert und reifer ist. Das erklärt aber nicht warum man während des Lesens total vergisst, dass die anderen Kinder um ihn herum zum Großteil auch erst neun-elf sind und genauso reden wie William.

Die Charaktere sind zwar einigermaßen gut ausgearbeitet, aber besonders William fand ich sehr anstrengend. Es gelingt dem Autor irgendwie nicht ihn zu einem einheitlich, liebenswerten oder auch schrulligem Charakter zusammenzufügen. Zum einen hatte er eine wirklich miese Kindheit, aber kaum irgendeinen Makel davongetragen. Er ist streberhaft, aber gleichzeitig total cool, nimmt die komplette magische Welt einfach so hin und kann auf einmal direkt mit Allem problemlos umgehen. Kein zögern oder Fragen die man erwarten würde. Keine Erklärungen. Einfach Alles ok so. Fand ich ehrlich gesagt etwas langweilig. Zu gönnerhaft wird er dann auch noch als er zum Grafen erklärt wird.

Wirklich positiv erwähnen sollte man die liebevolle Covergestaltung des Buches. Darauf zu sehen ist William in Werwolfform und und die kleine Drachendame Nildani auf einer nebeligen Wiese unter einem Vollmond. Wirklich ein sehr schönes Bild. Das passende Poster dazu sieht ebenso gut aus.

Die generelle Idee der Story fand ich wirklich toll und ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, aber ich wurde doch leider etwas enttäuscht. Die Charaktere waren mir zu unausgefeilt, die Story hatte leider einiges von Harry Potter. Und ich meine ganz konkret die schwarzen Haare, die magische Gasse, die schlimme Kindheit ohne Eltern, die Zaubererschule, die magische Zaubererbank oder dem Dunklen Fürsten. Musste das denn so sein? Sicherlich hätte das doch einen etwas anderen Weg nehmen können ausser diesem. Es bleibt zwar „nur“ in der ersten Hälfte des Buches so, aber es erinnert einen doch stark an HP.Was mir allerdings wirklich überhaupt nicht gefallen hat waren die Rechtschreibfehler im Text. Und das leider, obwohl das Buch 2010 zum Ersten Mal veröffentlich wurde und jetzt überarbeitet und komplett neuaufgelegt worden ist.

Fazit: Ein schöner Grundgedanke, der meiner Ansicht nach jedoch besser ausgearbeitet hätte sein können. Trotzdem ist es ein schönes Buch für Kinder oder Jugendliche die Fantasy mögen und am Besten noch kein HP gelesen haben.2-3 Sterne

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an den Wölfchen Verlag und Bdb.

[rezension] Gesetze der Lust

IMG_4100Tiffany Reisz
Gesetze der Lust
Erotik mit SM / 460 Seiten
9,99 € [D], 10,30 € [A]
ISBN 978-3-86278-807-1
Ersterscheinung: 01.09.2013

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„Gemeinsam mit ihrem dominanten Lover, dem Priester Søren, lebt Nora ihre dunklen Fantasien hemmungslos aus. Als eine Reporterin beginnt, in Sørens Privatleben herumzuschnüffeln, schickt er Nora aufs Land. Dort soll sie sich bei seinem Freund, dem Playboy Griffin, verstecken und gleichzeitig den bisexuellen Michael als Sklaven ausbilden. Bei der fesselnden Aufgabe, dem attraktiven Gastgeber und dem verlockend unschuldigen Schüler muss Nora in ihrem Exil plötzlich an etwas ganz anderes denken. Kann es noch größere Lust bedeuten, ihre eisernen Regeln zu brechen?“

Meine Meinung: Dies ist der zweite Teil um die Erotikromanautorin Nora und ihren Meister und Priester Søren. Obwohl man wohl einiges an Story aus dem ersten Teil verpasst hat kommt man trotzdem leicht in die Geschichte dieses Buches hinein. Allerdings könnte es definitiv nicht schaden, wenn man sich im Leben der Ex-Domina Nora schon etwas aus dem ersten Buch auskennen würde. Leider gibt es eine ganze Menge Story-Geplänkel über sonstwie gefährliche Geheimnisse oder Feinde die man so in der „Szene“ und durch die Vergangenheit hat. Anfangs fand ich das ziemlich verwirrend und teils nervig wenn man den ersten Teil nicht kennt. Generell bekommt man nach und nach aber noch etliche Häppchen nachgelegt von der Autorin.

Das Cover finde ich im Gegensatz zum noch sehr gut überlegten ersten Bandcover doch recht langweilig und in eine bestimmte, offensichtliche Schiene gepresst. Sehr schade eigentlich, denn das Cover vom ersten Teil wirkt finde ich sehr stilvoll, aber ob das das ist was Leserinnen dieser Romane wollen, das weiß ich nun leider nicht. Bei dem hier kann man allerdings kaum verfehlen worum es sich in dem Buch wohl dreht.

Der Roman von Tiffany Reisz bedient sich wie kaum anders zu erwarten war einer sehr direkten Sprache, die nicht unbedingt als vulgär zu bezeichen ist. Für diese Art Romane ist sie durchaus häufiger vorzufinden. Insgesamt schreibt die Autorin wirklich gut.Die beschriebenen Sexszenen sind leider relativ kurz gehalten und in meinen Augen wenig erotisch, eher teilweise sehr speziell. Aber immer wenn eine Szene mal etwas in die Tiefe geht ist sie schon wieder zu Ende. Diese Szenen sind definitiv eher auf den SM-Faktor angelegt, als auf lange Erotikbeschreibungen die dann wirkliche Stimmung aufkommen lässt. Und dann gibt es auch noch ein kurzes Bloodplay, bei dem ich eigentlich schon fast aufgehört hätte zu lesen. Gleichgeschlechtlichten Szenen sollte man in solchen Büchern natürlich auch nicht abgeneigt sein, in diesem hier besonders.

Was mir aber so richtig auf den Keks ging, war der perfekte Priester Søren. Er ist nicht nur der Sexgott im Sadismus schlechthin, er ist auch noch der absolut liebenswerteste, bestaussehenste und überperfekte Priester und Meister. Also das war selbst mir dann doch etwas zu viel. Schöne Körper gerne. Intelligente Charaktere: gern. Aber alles in einem Protagonisten? Nein danke, wo bleibt da der Spaß?

Etwas Gutes muss ich aber noch erwähnen, denn die Story um den Jungen Michael und den Playboy Griffin ist so herzlich beschrieben, dass sie das Buch für mich definitiv aufgewertet hat. Die beiden sind zwei wirklich superschöne Nebencharaktere

Fazit:  Ein Erotikroman für Liebhaber. Wer es gerne verworren und sadistisch im tiefschichtigsten Sinne mag ist hier gut aufgehoben. In meinen Augen eher ein Roman für Genreliebhaber.

2,5/5 Sternen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an Mira Verlag und BdB.

[rezension] Wer liebt mich und wenn nicht, warum?

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Mara Andeck
Wer liebt mich und wenn nicht, warum?
Ab 13 Jahren / 253 Seiten
12,99 € [D], 13,40 € [A]
ISBN: 978-3-414-82364-9
Ersterscheinung: 16.08.2013

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„Nein,“ sagte ich leise. „Das kommt dir nur so vor. Glühwürmchen verschwinden auch nicht. Sie machen nur das Licht aus, aber sie sind trotzdem noch da.“

Meine Meinung: Die Geschichte beginnt ungefähr eine Woche nach dem Kuss von Lilia und Tom in Band 1. Lilia ist immer noch ziemlich mitgenommen von der Tatsache, dass Tom nach ihrem Kuss erstmal nachdenken muss und sich orientieren will und besonders davon, dass Vicky so viel Zeit mit ihm verbringt. Maiken versucht ihr als beste Freundin natürlich beizustehen. Als Tom sich dann entschließt ein Praktikum auf einer auf einer Insel an einer Studie teilnehmen will, melden sich die beiden auch an. Natürlich landet Vicky auch in dem Projekt und Tom sagt erstmal ab. Ob zwei Wochen in der Wildnis für Lilia und Tom wirklich die Rettung vor allen Problemen bedeuten oder ob Vicky ihnen mehr davon macht, das müsst ihr dann doch selber lesen. Es lohnt sich.

Die Geschichte über Lilia und ihre Probleme in der Liebe richtig durchzublicken ist wirklich erfrischend, humorvoll und wenn es nach mir geht für Leser aller Alter gut geeignet. Jung geblieben sollte man allerdings sein.

Wie bereits im ersten Teil zeigt uns auch in „Wer liebt mich und wenn nicht, warum?“ Lilia Einblick in ihr Tagebuch. Immer schön bebildert mit kleinen Bildchen am Rand, die immer passend zu den jeweiligen Einträgen von Lilia dazugemalt scheinen. Unterbrochen wird diese Einsicht immer wieder von Mails die Tom an seinen Freund Felix schreibt, der (auch in Teil1 schon) in Reha ist. In diesem Band kommt noch dazu, dass Tom an Felix nicht nur normale Mails schickt, sondern auch Videos auf der Insel dreht, die dann eben in schriftlicher Form im Buch auftauchen. Eine tolle Idee.
Der Erzählstil von Mara Andeck ist wie im ersten Teil wieder federleicht, jugendlich jung, etwas romantisch und auf jeden Fall humorvoll.
Das Cover zu „Wer liebt mich und wenn nicht, warum?“ zieren dieses Mal Gänseblümchenblüten, was ich wieder absolut passend zum Titel gewählt finde.

Fazit: Ein erfrischend leichter Roman für Jugendliche von 13-16 und junggebliebene Erwachsene, mit Humor, einer Prise Romantik und jeder Menge Lilianischem Chaos.
5/5 Sternchen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an boje(Bastei Lübbe) und Loveybooks.

[rezension] Desperate Angels

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Desperate Angels
Verlag: MEDU Verlag
304 Seiten, Taschenbuch
11,95 € [D]
ISBN 978-3-941955-57-8
Ersterscheinung: 05.05.2012
Leseprobe

Meine Meinung:
Ich hatte zu Beginn keine wirkliche Vorstellung was genau ein Mystery-Thriller denn nun sein soll, aber Thriller generell lese ich gerne. Dank der Leserunde auf Lovelybooks konnte ich diesen ersten Teil der Reihe von E.M.Ross nun lesen und mich mit anderen darüber austauschen.
Als ich das Buch beendet hatte dachte ich zuerst, dass mir doch zuviele Fragen noch nicht beantwortet wurden, doch bereits als ich den Prolog des zweiten Teils las wusste ich, dass einige Fragen beantwortet werden würden.

Virginia, USA: Der junge und aufstrebende FBI-Agent Nathaniel kommt als Profiler zur Sondereinheit ‚Angel‘ die sich um die Aufklärung dreier ermordeter weiblicher Jugendlicher, die als Engel drapiert aufgefunden werden und einer weiteren Entführten kümmert. Nathaniel soll kurz nach seiner Ankunft bereits mit seiner Kollegin Tandra undercover die diversen für diese Morde infrage kommenden Sekten infiltrieren und aushebeln. Doch soweit soll es gar nicht kommen.
Die beiden geraten auf ihrem Weg tiefer in eine der Sekten in einen Hinterhalt. Tandra wird vor den Augen Nathaniels in einem Ritual getötet und er selber verbringt danach Monate in einer winzigen, dunklen Zelle. Schließlich wird er am kompletten Rücken tätowiert und vergewaltigt. Letztendlich entkommt er dank des FBIs und des Vaters eines der entführten Mädchen schwer verletzt.
Nur knapp dem Tode entkommen wird Nate in psychotherapheutische Behandlung gesteckt, als er anfängt über diese Monate hinwegzukommen bekommt er eine andere Identität und einen neuen Job bei einer seriösen Sicherheitsfirma.
Dummerweise ist die fanatische Engels-Sekte noch nicht fertig mit ihm und es kommt wie es kommen muss: zwei Jahre später; Nate und seine Schutzbefohlene Cathy werden entführt und landen in derselben Zelle in der Nate bereits war.
Der Albtraum beginnt von vorne. Doch wie wird das Ende diesesmal sein?! Lest es selbst in „Desperate Angels“.

„Desperate Angels“ ist der erste Teil einer Reihe, von der die ersten beiden Bände bereits erschienen sind. Die Autorin schreibt laut Aussage bereits fleißig am Rest.
Ein Wort zum Klappentext: Eigentlich sollte man ihn besser nicht lesen, denn er verrät viel zuviel.
Mich hat das Buch von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen. Es hat einen mythischen Anteil, aber ohne total abgedreht zu sein und eine Realität zu konstruieren die einem nur noch bescheuert vorkommt. Hier werden die mythologischen Aspekte über Engel und die Sekten ganz wie nebenbei in die eigentliche Handlung um Nate eingebracht.
Und auch viele Fragen die einem anfangs begegnen und Verhaltensweisen lösen sich gegen Ende auf. Anderes bleibt allerdings unbeantwortet.
Das Buch sollte man nicht in die Hand nehmen, wenn man eine direkte Aussprache über Sex und auch recht brutale Szenenbeschreibungen der Morde nicht besonders mag, denn diese kommen hier definitiv vor.

Die Sprache von E.M.Ross ist superflüssig zu lesen, sehr bildhaft und besonders die Szenen die Nate während seiner Gefangenschaft in der winzigen Zelle beschreiben fand ich genial, sehr einfühlsam. Man bekommt einen richtigen Eindruck von der Umgebung in der Nate sich befindet und seinem Innersten.
Die Geschichte wechselt in den einzelnen Kapiteln zwischen dem personalen Erzähler(zB während der FBI-Ermittlungen) und der Ich-Erzählperspektive aus Nates Sicht (während der Gefangenschaft). Dadurch bekommt das Ganze eine gewisse Dynamik die ich sehr ansprechend finde.
Besonders zu erwähnen sind hierbei der Prolog der anfangs noch im Präsens und personalen Erzähler gehalten ist, später aber als ein Kapitel in Ich-Perspektive am Ende des Buches auftaucht. Das hat es für mich sogar noch etwas dramatischer gestaltet.

Der Charakter Nathaniel verändert sich im Laufe der Geschichte durch das Erlebte sehr stark. Ist er am Anfang noch der selbstbewusste, symphatische, junge und engagierte FBI-Agent merkt man die deutlichste Änderung spätestens an seinem Selbstmordversuch nach der Gefangenschaft.
Auch die anderen Charaktere im Buch fand ich klasse. Der kleine Pathologe Don z.B. oder auch seinen Chef Sims. Beides Charaktere mit Ecken, Kanten, Ehrgefühl und Liebe für den Job. Beide lernt man während der Geschichte so nach und nach kennen, was ich sehr gut fand.
Auch Cathys Charakter, mit der er ein zweites Mal in Gefangenschaft gerät, wurde langsam bekanntgemacht und auch ihre Änderung während Nates Zeit bei ihr als Bodyguard bekommt man sehr gut mit.

Fazit: Ein klasse Thriller mit sanft eingebrachten Mystik-Elementen, einer spannenden Geschichte, mit tollen Charakteren und einem dramatischem Ende. Ich freue mich schon den zweiten Band zu lesen und danach auf den dritten zu warten.
4/5 Sternen

Ganz herzlichen Dank für das Buch an den
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[rezension] Assassino

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Assassino
Verlag: bloomoon
384 Seiten, Gebunden
16,99 € [D]
ISBN: 978-3-7607-9844-8
Ersterscheinung: 05.03.2013

Bestellen: blomoon Verlag
Leseprobe

Kurzbeschreibung laut blomoon: Nicht zum ersten Mal macht sich die 17-jährige Kati Bergmann mit dem Archäologen Chris Montiel auf die Suche nach verlorenen Schätzen. Doch bei der Recherche nach einer sagenumwobenen etruskischen Gewandfiebel ist alles anders. Bald wird die Forschungsreise zu einem Wettlauf gegen die Zeit!
In den verwinkelten Gassen Dubrovniks wird Kati überfallen – und von dem geheimnisvollen Ilyas gerettet. Wer ist hinter ihr her? Und warum? Sind die Gerüchte um die magischen Kräfte der Fiebelscheibe etwa wahr? Und welches Geheimnis steckt hinter Ilyas Herkunft und seinen unglaublichen kämpferischen Fähigkeiten? Vor der exotischen Kulisse Dubrovniks und Istanbuls fügen sich Geschichte, Magie und Abenteuer zu einem bunten Teppich, dessen Muster unglaubliche Geheimnisse offenbart. Fremde werden zu Verbündeten und eine einfache Recherchereise zu einem gefährlichen Wettlauf mit düsteren Gestalten. Wer wird das Ziel erreichen?

Meine Meinung:
Das Erste was ich gerne sagen möchte: Ich finde das Cover total toll. Ich liebe sowieso diese Glanzcover mit Metaliveffekt. „Assassino“ hat genau so eins. Darauf zu sehen sind einige goldfarbene Schnörkel, orientalische Ornamente, der verschnörkelte Assassino-Schriftzug und im Hintergrund das ernste Gesicht eines jungen Mannes(der perfekt zu Ilyas passt). Das gesamte Cover ist in gold und schwarz gehalten, was das Cover trotz der vielen Einzelteile der Gestaltung nicht überladen wirken lässt.

Die Story beginnt in Dubrovnik wo die 17jährige Kati gemeinsam mit ihrem Begleiter und gutem Freund Chris(23) für ihren extrem reichen Vater auf der Suche nach einer seltenen Fibelscheibe ist. Gleich zu Beginn hat Kati das Gefühl, dass sie verfolgt wird. Das stellt sich ziemlich schnell als richtig heraus. Als es zum Äußersten kommt und sie gleich von mehreren Männern gestellt wird taucht ein der geheimnisvolle Junge Ilyas auf und erledigt die Männer mal eben und verschwindet dann erstmal wieder. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn Ilyas schließt sich Kati und Chris auf der Suche nach der Fibelscheibe an. Welche Motive er dabei hat und ob er sein Gedächtnis wiederfindet, das ihm nämlich verloren gegangen scheint, das müsst ihr selber nachlesen.

Generell muss ich sagen, fand ich weder den Klappentext, noch die Meinungen anderer Blogger zu dem Buch besonders Mutmachend es zu lesen. Von Gern Ruebenstrunk gibt es allerdings schon einige sehr gute Bücher, weswegen ich mich doch entschied Assassino lesen zu wollen.Ob das nun eine gute Entscheidung war oder nicht, weiß ich bisher selber noch nicht wirklich.

Das Buch beginnt mitten in der Geschichte in Action, was ich ganz gut gemacht finde und man erfährt im Verlauf der weiteren Geschichte worum es denn nun genau geht.
Besonders die Beschreibungen der Städte sind Gerd Ruebenstrunk sehr gut gelungen. Man sieht förmlich die Gassen vor einem entstehen, auch bei späteren Beschreibungen der Orte an denen die Charaktere sich befinden hat man immer das Gefühl diese Orte „sehen“ zu können.
Doch so gut ich die Ortsbeschreibungen finde, umso weniger gut finde ich die komplette emotionale Seite des Buches. Man erfährt irgendwie so gar nichts wirklich von Kati(aus deren Sicht im Er-Erzähler die Story großteils geschrieben ist) und ihren tiefsten Gefühlen. Natürlich werden sie beschrieben und auch erwähnt und auch ihre wachsenden Gefühle für Ilyas, aber irgendwie hatte ich nicht das Gefühl „dabei“ gewesen zu sein. Genauso wie die am Ende wie aus dem Nichts da zu seien scheinende Liebe zwischen den beiden. Man liest es, man wusste vorher schon aufgrund der Andeutungen das es so passieren wird, aber kaum ist es da, denkt man: „Oups, wo kommt das denn jetzt auf einmal her?“. Denn auch hier fehlte mir einfach mal irgendeine genaue Handlung in diese Richtung.
Generell ist das Buch aber schön geschrieben. Die Sprache ist flüssig, leicht zu lesen und einem Jugendbuch angemessen.
Besonders gefallen haben mir dafür die Szenen die aus Ilyas Sicht geschildert werden, später im Buch. Die fand ich wirklich klasse.

Die Charaktere fand ich allerdings nicht ganz ausgereift. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Kati auch erst 17 ist und Ilyas wohl nicht viel älter, doch wird so oft betont, welch hohen IQ Kati hat(den sie meiner Meinung nach übrigens irgendwo vergessen hat), dass ich einfach mehr erwartet habe. Besonders zu Anfang bekommt man das Gefühl, als hätte man es mit einer mindestens fast 20jährigen Person zu tun, was sich aber schnell wieder gibt. Ich fand Kati als Protagonistin einfach zu farblos und oberflächlich abgehandelt.
Auch über die anderen Charaktere lässt sich nicht viel mehr sagen. Über Chris erfährt man nur, was Kati von ihm weiß. Die Teile über Ilyas sind wie oben schon erwähnt super geschrieben, aber ansonsten erfährt man über ihn nicht wirklich viel. Obwohl genau die Geschichte von Ilyas das fantastische in dieser Story ausmacht.

Ganz schlimm fand ich dann noch das Ende. Also Cliffhanger sind ja ok, besonders wenn man weiß es geht im nächsten Teil weiter(obwohl ich partout nicht rausfinden konnte ob es diesen denn gibt), aber hier endet es wirklich seltsam.
Die Suche nach der doch ach so gesuchten, seltenen Fibelscheibe läuft irgendwie gegen Ende parallel mit der Suche nach Ilyas Erinnerungen ohne aber eine ausgeglichene Basis zu erhalten und wird wenn, dann nur noch wie zufällig mit eingebunden. Die Rettung dessen vor seiner Auftraggeberin(mehr kann ich hier leider nicht sagen^^) fand ich viel zu plötzlichl, schnell und ohne jeden Hintergrund abgehandelt. Das Ende kommt viel zu schnell und überspringt für mich einige logische Stationen. Es bleibt alles relativ schwammig.

Fazit: Eine fantastische Jugendbuchgeschichte, die leider trotz der tollen Beschreibungen nur sehr oberflächlich und teils unlogisch daherkommt. Ein bischen mehr Fantasie, etwas mehr Erklärungen und Logik in der schwammigen Suche nach dem Artefakt und ich wäre glücklich gewesen. Potenzial wäre genug da gewesen. Ob es trotz des offenen Endes einen weiteren Teil geben wird kann ich leider nicht sagen.
3 von 5 Sternen

Zusatz: Wer sich Assassino gerne mal etwas genauer anschauen möchte, kann das HIER wo es zwei exklusive Kapitel zu lesen gibt oder HIER bei der Premierenlesung von Gerd Ruebenstrunk selber gerne mal reinschauen.

Ganz herzlichen Dank für das Buch an:
und

[Kurzrezi] Tagebuch der Lust

Titel: Tagebuch der Lust
Autorin: Ava Pink
Genre: Historische Erotik
Erschienen: 13.05.2013
Verlag: „Club der Sinne“ Verlag
Ausgabe eBook, Seitenzahl der Print-Ausgabe: 108 Seiten
ISBN: B00CS8XRDO

Inhalt laut amazon:
Die junge Victoria muss den viel älteren Plantagenbesitzer Caleb Sheldon heiraten. In ihrer Ehe erfährt sie jedoch nicht die erhoffte Liebe und versinkt immer mehr in Trostlosigkeit. Bis sie den Plan fasst, als „Miss Antoinette“ die reichen Männer von Atlanta zu beglücken. Doch ihr Herz sehnt sich nach einem anderen Mann. Wird sie Jethro, Calebs Sohn, für sich gewinnen können?

Meine Meinung:

“ Er packte mich grob an der Hüfte und hielt mich so fest, dass mir der Atem stockte. Ich stemmte mich mit aller Kraft gegen seinen Oberkörper, doch sein Griff war wie der eines Schraubstockes. Mit Gewalt presste er seine Lippen auf meine und drängte mir seine Zunge in den Mund. Einen Moment lang wehrte ich mich noch dagegen, denn dieser Anflug von Brutalität erinnerte mich stark an Caleb. Doch anders als mein Ehemann wusste Titus ganz genau, was mich erregte.“

19. Jahrhundert, Atlanta, Georgia, USA, Zeit der Slaverei und Baumwollplantagen
Die junge Victoria wird gezwungen den wesendlich älteren Plantagenbesitzer Caleb zu heiraten um die elterliche Plantage zu retten. Frisch verheiratet schläft er ihr brutal bei und lässt sie alleine. Sie beginnt sich um das Haus und die Sklaven zu kümmern. Unterstützung bekommt sie von ihrer nur wenige Jahre jüngeren Stieftochter Alisha und dem Dienstmädchen Molly. Nachdem sie sich in ihren erwachsenen Stiefsohn Jethro verliebt, aber keinen Ausweg sieht, beginnt sie ein Doppelleben in der oberen Gesellschaft Atlantas. In auffallende Kleider gehüllt und mit Maske erlebt sie als ‚Antoinett‘ etliche Stunden der Lust.
Ob die Geschichte um Jethro und Victoria doch noch positiv ausgeht..müsst ihr selber lesen.

Wer die Novelle von Ava Pink liest sollte darauf gefasst sein, dass es hier um eine Erotikgeschichte geht. Es gibt also trotz der geringen Seitenzahl überdurchschnittlich viel Sex, der meistens gut beschrieben ist, allerdings meiner Ansicht nach doch eine Ecke „härter“ daherkommt. An sehr rüder Sprache sollte man sich währenddessen also nicht stören.
Generell lässt sich der Schreibstil so gut, flüssig und leicht eingängig lesen, dass man nicht lange für die Geschichte braucht.

Die Charaktere könnten für mich noch etwas mehr ausgearbeitet sein. Hier und da mal einen Satz zur emotionalen Lage der Protagonistin(aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird) hätte sicher nicht geschadet, wären dann doch vielleicht einige Sachen besser erklärt gewesen.
Die Story als solche hätte meiner Meinung nach auch für ein ganzes Buch gereicht, so kommen mir die Charaktere leider etwas flach vor und einige Sachen sind mir einfach zu unlogisch. Klar, kann man sich denken warum Viktoria so handelt, aber ich will mir das nicht denken müssen, ich will es lesen und wissen. Und die tatsächliche Liebesgeschichte mit Jethro kommt mir hinter all dem Sex einfach ein paar Seiten zu kurz, zu plötzlich „heile Welt“.
Ganz toll beschrieben finde ich dafür das Plantagenleben, die Zeit in der die Geschichte spielt kommt trotz der Kürze gut beim Leser an.

Fazit: Eine durchaus brauchbare Novelle für zwischendurch. Mir sind die Charaktere und deren Entwicklung leider etwas zu seicht, selbst für dieses Genre. Solide 3/5 Punkten

Das Ebook habe ich im Zuge der Leserunde auf Lovelybooks kostenfrei zur Rezension erhalten. Danke dafür!

[Kinderhörbuchrezi] Pimpi und Waldhase-Der Zauberlöwenzahn

Künstler: Elmar Gunsch (Sprecher), Vivien Sand (Autorin), Arne Junker (Komponist), Petra Straue (Textdichterin)
Sprachregie: Arne Junker
Musik: Die Wiese erwacht, Pimpis Lied, Kommt wir wandern, Ich bin der Fuchs, Paul der Bär, Der Schleichhase, Nun wandern wir zu dritt, Trauriger Fuchs, Auf zum Fuchsbau, Die Wiese
Ab 4 Jahren / 1 CD
51 Minuten, volle Lesung
D: 12,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-89555-922-8

 

Herzlichen Dank für das Reziexemplar an 

Unsere Meinung: Auf der Hasenwiese leben viele verschiedene Hasen. Auch Pimpi und Waldhase leben dort. Die Hasenwiese grenzt an den großen Wald den die meisten Hasen allerdings lieber nicht betreten, denn dort lebt der gemeine Fuchs.
Als Pimpi diesen Morgen wach wird erinnert er sich daran, dass es ein besonderer Tag ist. Er und Waldhase wollen zur Hasenzauberin Ulla um den Zauberlöwenzahn zu suchen und herauszufinden was dieser so alles bewirken kann. Doch die Hasenzauberin lebt auf der Wiese auf der anderen Seit des Waldes. Und den zu durchqueren ist dank dem Fuchs nicht ganz ungefährlich.
Die beiden Hasen marschieren trotzdem tapfer los in den dunklen Wald.
Unterwegs begegnen sie dem riesigen und tottraurigen Bären Paul, der seinen Freund Ludwig das Eichhörnchen sucht. Pimpi vermutet, dass der gemeine Fuchs hinter dem Verschwinden stecken könnte. Paul beschließt mit den beiden Hasen zur Hasenzauberin und dem Zauberlöwenzahn mitzugehen.
Wenig später stößt dann noch der Schleichhase zu den dreien, auch er schließt sich der Suche an.
Ob die Vier Ludwig finden und was sie unterwegs noch erleben und ob der gemeine Fuchs wirklich so gemein ist wie es scheint müsst ihr herausfinden, es lohnt sich.

Pimpi und Waldhase-Der Zauberlöwenzahn ist eine wirklich sehr schön gestaltete Geschichte über Mut und Freundschaft und das nicht immer alles ist wie es scheint.

Auf der CD-Hülle kann man die beiden Hasen Pimpi und Waldhase sehen. Für meine Tochter war es ganz wichtig zu wissen, ob das die beiden Hasen aus der Geschichte sind, damit sie sich das Ganze besser vorstellen konnte.
Die Audio-CD ist in 22 Tracks unterteilt und dauert 51 Minuten. Besonders an dieser Audio-CD fand ich die eingebauten Lieder und Waldgeräusche.
Es wechseln sich erzählte Abschnitte mit thematisch zum Abschnitt passenden, gesungenen Liedern ab bei denen man nach mehrmaligem Hören auch gut mitsingen kann und die wirklich perfekt zu der jeweiligen Situation passen. Als Einstimmung und auch zum Ausklang gibt es eine kurze, ruhige und sanfte Melodie ohne Gesang.
Der Sprecher Elmar Gunsch verleiht der Geschichte gekonnt Leben. Egal ob dem dicken, traurigen Bären oder den kleinen, wuseligen Hasen, es klingt einfach schön. Elmar Gunsch hat eine sehr symphatische und auch beruhigende Stimme, was ich für Kinderhörbücher immer ganz wichtig finde.

Fazit: Eine rührende Geschichte über Neugier, Freundschaft und den Mut neue Freundschaften zu beginnen. Bei uns läuft diese CD mittlerweile jeden Abend als Einschlafgeschichte, was kein Problem ist, da sowohl die Geschichte als auch die Lieder relativ ruhig gestaltet sind.

5/5 Punkte

[rezension] Solange am Himmel Sterne stehen

IMG_3246Kristin Harmel
Solange am Himmel Sterne stehen
Engl. Titel: The Sweetness of Forgetting
Verlag: blanvalet
475 Seiten, Taschenbuch/Klappenbroschur
9,99 € [D]
ISBN:978-3-442-38121-0
Ersterscheinung: Mai 2013

Bestellen: Verlagsgruppe Randomhouse
Leseprobe

Kurzbeschreibung laut blanvalet:Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe …

Meine Meinung: Hope McKenna ist 36 und arbeitet täglich in der familieneigenen Bäckerei in Cape Cod, die leider kurz vor dem Bankrott steht. Ihr Mann und sie haben sich scheiden lassen und als wären das nicht schon genügend aufgewirbelte Gefühle und Gedanken die Hope gerne verdrängen würde, ist ihre Tochter Annie seitdem nicht mehr besonders gut auf sie zu sprechen. Ihre Mutter starb ein Jahr zuvor an Krebs und ihre geliebte Großmutter lebt seit einiger Zeit in einem betreutem Wohnen, da sie an Alszheimer erkrankt ist.
An einem Abend als Rose besonders klar ist und sie sich dessen auch bewusst ist, gibt sie Rose und ihrer Urenkelin Anni eine Liste mit Namen und einen Scheck. Sie will, dass Hope nach Paris fliegt und diese Namen findet, die Leute dazu findet, die Geschichte dazu findet. Hope wehrt sich erst dagegen, schon wegen der ganzen Belastungen die auf ihrer Seele liegen, fliegt dann aber doch. In Paris entdeckt sie nicht nur ihre wahre Familiengeschichte, sondern auch die Geschichte der Vergangenheit ihrer eigentlich jüdischen Großmutter und die einer unglaublichen Liebe. Und ebenso entdeckt Hope durch diese Reise in die Vergangenheit sich selbst.

Das Buch beginnt mit einem recht deprimierenden Anfang der Generationen übergreifend wirkt. Die ersten Kapitel geben einen guten ersten Einblick in das Leben der drei Frauen und ihre Gedanken und Gefühle.
Die meiste Zeit wird aus Sicht von Hope erzählt, in der Ich-Perspektive. Und Hope ist besonders am Anfang alles andere als ein sehr positiver Mensch. Beim Lesen bekommt man ein wirklich gutes Gefühl für den inneren Zwiespalt und den Druck unter dem Hope steht. All die Vorwürfe die sie sich macht und auch die Ansprüche sich selbst gegenüber sind gut ausgearbeitet.

Einige Kapitel sind aus Roses Sicht erzählt, im personalen Er-Erzähler. Diese Kapitel geben wirklich einen guten Aufschluss darüber was in der Vergangenheit passiert ist und obwohl es keine Ich-Perspektive ist hat man die ganze Zeit das Gefühl Roses Gedanken und Gefühle mitzuerleben, sie gehen einem wirklich unter die Haut. Egal ob in der Gegenwart ihre Gedanken über die Vergangenheit und die Erkrankung oder die Rückblenden in die Zeit von Paris 1942.
Die Kapitel von Rose bringen dem Leser den Aspekt der Alzheimererkrankung näher, ohne gleich total ernüchtern zu wirken. Das folgende Zitat habe ich selber schon persönlich erlebt, denn meine Oma litt auch unter Alzheimer und erzählte mir mal eine ähnliche Anekdote über ihre Gedanken zu der Erkrankung, an einem Tag als sie ganz klar war.

>>Rose versuchte angestrengt, sich zu erinnern. „Aber ja, das hatte ich“, beeilte sie sich zu sagen, denn die Schwester schien sich sicher zu sein, und sie wollte natürlich nicht, dass irgendwer erfuhr, dass sie dabei war ihr Gedächtnis zu verlieren. << S.150

Die geschichtlichen Hintergründe des Buches sind gut recherchiert und wundervoll eingeflochten in die Suche von Hope nach den wirklichen Geschichten die hinter den Namen auf der Liste ihrer Großmutter stecken. Eigentlich gibt es überhaupt nichts zu meckern bei diesem Buch. Ok, am Ende wirkt es eventuell ein wenig zu perfekt kitschig. Auf der anderen Seite passt es genau zu dem, was die Geschichte uns vermitteln möchte. In der Liebe ist nichts unmöglich.

>>Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte. Aber es war vom ersten Augenblick an, als hätten sie die andere Hälfte ihrer Seelen gefunden.<< S.211

Fazit: Ein Roman der einen wirklich ergriffen und mit dem Kopf voller Gedanken zur eigenen Familie und der Vergangenheit zurücklässt. Eine wundervolle Reflexion der stillen Helden der damaligen Zeit, die zudem noch vermittelt, dass alle Religionen irgendwann einmal gar nicht so verschieden waren. Das Buch ist voller Romantik und schöner Gedanken trotz der traurigen Geschichte und Ereignisse.
Zusatz: Mich persönlich hat der Roman mehr als nur angesprochen und mitgenommen. Meine Oma hatte ebenfalls Alzheimer und als eine der wenigen meiner Generation hatte ich noch Urgroßeltern die mir persönlich von der damaligen Zeit und den Zuständen erzählen konnten. Es hat mir Stunden voller Tränen und einem beklemmendem Gefühl in der Brust genauso gebracht wie *hachschön* Seufzer und schmunzelnde Momente.

Ganz herzlichen Dank für das Buch an:
und

[rezension] City of Death2- Blutiges Erbe – Lolaca Manhisse

Autorin: Lolaca Manhisse
Titel: City of Death-Blutiges Erbe
Genre: Fantasy, ab16 J.
Preis: 9,58€, bzw. 3,99€
ebook, 240 Seiten im Print
Erschienen: März 2013
Leseprobe

Ganz, ganz lieben Dank an Lolaca Manhisse für das zur Verfügungstellen des Rezensionsebooks.
ACHTUNG: Dies ist der zweite Teil der Reihe und die Rezi kann Spoiler enthalten!!

Kurzbeschreibung laut Autorin: Kaum konnte sich Cherry aus den Fängen ihres Feindes befreien, erschüttert eine Reihe grausamer Morde die Stadt und stellt Berlins Vampire vor ein Rätsel. Doch die mysteriösen Überfälle sind erst der Anfang, denn während die Vampire in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, laufen die Angriffe auf ein blutiges Finale hinaus: den Kampf um Berlin.

Meine Meinung: Seit dem ersten Teil und den ganzen Erlebnissen aus Teil1 ist nicht viel Zeit vergangen, als es schon wieder heiß her geht im Leben von unserer Gestaltwandlerin. Ihre Freundin Stacy ist nun fest mit dem Vampir Andre zusammen, Cherry selbst arbeitet weiter in der Immobilienfirma ihres Vaters und wenn sie nicht gerade in einem Kino Amoklaufende Vampire niederschießt oder als Hund in Parks herumstreunt, dabei von einem Vampir getötete Leichen findet und angeschossen ins Tierheim gebracht wird, versucht sie Will ziemlich erfolgreich aus dem Weg zu gehen. Fast nebenbei scheint noch so einiges in Berlin und der Vampirwelt schiefzulaufen. Die Ranger kommen allerdings anfangs überhaupt nicht drauf wer dahinter stecken könnte und warum, dann wird auch noch Cherrys Mutter tot aufgefunden und Cherry „erbt“ ihre „Kinder“. Letztlich endet alles in einem großen Kampf mitten in Berlin. Und als würde das nicht reichen tauchen schließlich auch noch Zombies auf. Ob Cherry doch nochmal mit Will redet?
Wenn ihr wissen wollt wie genau das Alles zusammenhängt oder sich auflöst: lest das Buch!

Auch der zweite Teil ist in im Ich-Erzähler geschrieben, was dem Leser beste Einblicke in Cherrys Gedanken und Handeln gibt. Cherry handelt zwar manchmal immer noch recht sprunghaft, aber in diesem Teil erscheint mir vieles nicht mehr so unüberlegt wie im Ersten.Lolaca Manhisses Schreibstil ist rasant, leicht und gut zu lesen und lässt einen teilweise nur so durch die Seiten fliegen.

Das Cover ist das Gleiche wie beim ersten Teil, nur in einer anderen Farbe, womit die CoD-Reihe sich optisch einreiht in eine Reihe einiger Vampirromane die jüngst erschienen sind. Trotzdem gefällt mir das Cover mit der Skyline sehr gut.

Die Story um Cherry entwickelt sich in diesem zweiten Teil der Serie rasant weiter und manchmal in so unvorhersehbare Richtungen, dass man total überrascht nochmal liest was passiert ist. Auch die Protagonistin hat sich etwas verändert, die Geschehnisse im ersten Teil haben Cherry doch etwas reifer werden lassen (auch wenn sie das durch den Will-Boykott wieder wett macht^^). In diesem Teil geht es diesmal nicht um Cherry, sondern auch die Vampire haben dieses Mal einiges zu verlieren durch die ganzen Vampirattacken. Die Charaktere des ersten Teils haben teilweise wichtigere Rollen bekommen oder man lernt sie auch besser kennen, was mir sehr gefallen hat.
Am Ende des Buches kann man definitiv ganz stark vermuten was im dritten Teil auf uns zukommen wird, irgendwie mit und ohne Cliffhanger zugleich wenn man so will.

Fazit: Schnelle Handlungen und viel zu tun für Cherry erwarten uns in Teil2 der Reihe. Die Story ist rasant, aber nicht zu sprunghaft. Es macht Spaß zu lesen und ich bin gespannt wie die Story um die Schäferhundwandlerin Cherry weitergehen wird.
4 von 5 Punkten

[rezension] Ein ganzes halbes Jahr

IMG_3071Jojo Moyes
Ein ganzes halbes Jahr
Engl. Titel: Me before you
Verlag: rowohlt
512 Seiten
14,99 € [D]
ISBN: 978-3-499-26703-1
Ersterscheinung: März 2013

Kaufen: rowohlt-Verlag

Kurzbeschreibung laut rowohlt:Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt.
Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Meine Meinung: Eine Geschichte wie ich sie bisher noch gar nicht kannte. Keine romantische Liebesgeschichte und doch voll tiefer Gefühle. „Ein ganzes halbes Jahr“ berührt das Herz wie es selten ein Buch tat. Das Leben könnte es nicht besser schreiben. Jojo Moyes hat wirklich ganze Arbeit geleistet und die Charaktere Lou und Will in unsere Herzen geschrieben.
Louisa ist 26, lebt bei ihrer Familie, ist in einer Beziehung mit Patrick und hat ihren Job verloren als sie ein Angebot bekommt für ein halbes Jahr bei einem Tetraplegiker als gutbezahlte Pflegehilfe zu arbeiten.
Will ist erfolgreich, gutaussehend, selbstbewusst und voller Tatendrang als ihn ein folgenschwerer Unfall ereilt der ihn für immer an den Rollstul fesselt.
Durch Lous Job begegnen die beiden sich beiden. Anfangs kommen sie nicht gut miteinander klar, aber nach einiger Zeit läuft es immer besser mit ihnen. Bis Lou erfährt warum die Stelle nur auf ein halbes Jahr befristet ist. Warum genau möchte ich euch hier allerdings nicht erklären, lest es selber. Es lohnt sich.

Ich schloss die Augen und ließ den Kopf an die Kopfstütze zurücksinken. Und so saßen wir noch eine Weile, zwei Menschen, die der Musik nachträumten, halb verborgen in den Schatten einer Burg auf einem mondbeschienenen Hügel. S. 238

Jojo Moyes hat einen ganz zauberhaft leichten Schreibstil, der einen emotionsgeladen durch die Seiten begleitet. Doch obwohl die Grundstimmung des Buches für mich eher etwas traurig gehalten war gibt es eine gute handvoll Humor im Roman.
Will ist sarkastisch, weiß alles besser und hat einen Dickkopf. Lou ist sprunghaft, unerfahren und frech. Diese Kombination bringt immer wieder humorvolle Szenen hervor trotz oder besonders wegen der eigentlich recht schweren Grundthematik des Suizids.
Moyes Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und zwar nicht nur die Protagonisten und deren Lebensgeschichten, sondern auch deren Familien und ihre Leben. Wir erleben die Geschichte meistens aus Louisas Sicht. Ein paar der Kapitel bekommen wir allerdings auch durch die Augen anderer Charaktere zu lesen. Wills Mutter und Vater oder Lous Schwester zum Beispiel. Durch diese unterschiedlichen Perspektiven hat man eine gute Übersicht über die ganze Geschichte. Das hilft unglaublich um sich emotional in die Geschichte versetzen zu können.
Das Cover von „Ein ganzes halbes Jahr“ kann man sehr symbolisch verstehen, jedenfalls sobald man die Geschichte gelesen hat. Ich fand es von Anfang an sehr schön, durch seine Schlichtheit in schwarz/weiß mit diesen roten Blütenakzenten und der hervorstehenden Schrift.

Fazit: „Ein ganzes halbes Jahr“ ist nicht einfach eine Liebesgeschichte. Dieses Buch handelt von der Liebe zweier Menschen die unterschiedlicher kaum sein können, aber besonders handelt sie für mich von tiefer Freundschaft, dem Erkennen eines anderen Menschens und der Veränderung im Leben durch die man irgendwie gehen muss.