[rezension] My Favorite Mistake-Der beste Fehler meines Lebens

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Chelsea M. Cameron
Originaltitel: My favorite Mistake
Ab 14 Jahren / 416 Seiten
9,99€ [D], 10,30 € [A]
ISBN: 978-3-95649-014-9
Ersterscheinung: April 2014

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Zitat S.10
„Das“, sagte ich und zeigte auf Hunter, „ist unsere neue Mitbewohnerin. Jedenfalls laut Zimmerverwaltung.“

„Das kann doch nicht sein.“ Renee riss die Augen in ihrem winzigen Gesicht auf. Sie sah aus wie eine blonde, blauäugige Porzellanpuppe, die man in ein Trägerhemdchen von Victoria’s Secret gesteckt hatte. „Wollt ihr mich verarschen?“

„Was für eine Empfang“, sagte Hunter.

Meine Meinung: Taylor(20), Renee(21) und Darah(21) ziehen gemeinsam in eine WG am College in Main und warten auf ihre neue Mitbewohnerin als der großspurige und an das Glück glaubende Hunter Zaccadelli auf ihrer Schwelle auftaucht, samt Tattoos und seiner Gitarre. Taylor ist alles andere als begeistert. Besonders, weil sie ihr Zimmer mit ihm teilen soll. Hunter hingegen ist durchaus begeistert und klopft von Anfang an Sprüche. Taylor hingegen gibt gekonnt die „Eiskönigin“, zumindest eine Zeitlang. Denn nach und nach scheint sich Hunter in ihr Herz zu schleichen. Und dass obwohl Taylor eine etwas durchwachsene Vergangenheit hat und deswegen eigentlich kein Interesse an Männern. Aber auch Hunter scheint nicht ganz der sorglose Playboy zu sein der er vorgibt. Es gibt auf jeden Fall jede Menge Zündstoff mit den beiden.
Das Kennenlernen der beiden Protagonisten aus Chelsea M. Camerons „My favorite Mistake“ verläuft ziemlich holperig. Taylor begrüßt den neuen Mitbewohner nicht gerade freundlich oder sanft. Hunter nimmt das Ganze allerdings recht locker, so ist eben seine Art.
Die Charaktere des Buches sind für einen Roman aus dem New Adult-Genre genügend ausgearbeitet um nicht zu blass zu wirken. Beide, bzw. sogar alle haben eine eigene Geschichte und auch eine Vergangenheit. Keiner der Charaktere die unsere Protagonisten durch das Buch begleiten wirken zu rund oder eben auch unrund. Im Gegenteil, die Nebencharaktere beleben hier die Geschichte noch zusätzlich. Bringen Farbe in die Story.
Erzählt wird das Ganze im Ich-Erzähler aus Taylors Sicht. Das gibt uns wieder eine besondere Einsicht in ihre Gedanken, lässt uns aber außen vor was Hunter und die anderen angeht. Der Schreibstil lässt sich gut und leicht lesen. Wie ich es auch erwartet hatte. Einzig die Zeitangaben scheine ich zwischendurch überlesen zu haben, denn manchmal wusste ich einfach nicht wie viel Zeit zwischen bestimmten Handlungen denn nun vergangen ist.
Die Hauptcharaktere Taylor und Hunter sind beide etwas verkorkst. Er ist natürlich der perfekte Sonnyboy, wie man ihn in dieser Art Roman auch erwartet, aber sympathisch. Manchmal hat man das Gefühl, dass seine sehr positive Art etwas aufgesetzt wirkt und es noch eine andere Seite an ihm geben muss. Gegen Ende des Romans klärt sich das. Taylor ist hingegen mit ihrer „Eiskönigin“-Art manchmal wirklich nervig. Auch ihre teilweise äußerst aggressiven Reaktionen wirken nicht immer den Situationen angebracht und lassen den Leser öfters etwas verdutzt zurück. Doch auch das klärt sich gegen Ende des Romans. Beide Charaktere besitzen eine Vergangenheit die prägend ist, sowohl für das Wesen der Figuren selbst, als auch für die Entwicklung der Geschichte. So bekommt die leichte Geschichte doch zumindest noch etwas Tiefgang.
Die Geschichte ist natürlich nicht wirklich anspruchsvoll, doch besitzt sie einen leichten Spannungsbogen der es einem nicht langweilig werden lässt. Vom Grundgedanken her hat sie mich sogar ein bisschen an Jamie McGuires „Disaster-Reihe“ erinnert. Die Charaktere sind ebenfalls beide relativ eigen, nur die Art der Liebe unterscheidet sich dann doch. In „Mistake“ ist die Liebe der beiden Protagonisten durchaus sanft, auch wenn beide ab und zu etwas an die Decke gehen. In „Disaster“ ist die Liebe selbst schon kraftvoll, gewaltig und zerstörerisch.

S.325
„Wenn ich zu meiner Mom gesagt habe, dass ich sie lieb hab, hat sie immer geantwortet, dass sie mich mehr liebt, als es Sterne am Himmel gibt. Taylor Caldwell, ich liebe dich mehr, als es Sterne am Himmel gibt.“

Mir fiel keine angemessene Erwiderung darauf ein und so fuhr ich einfach fort, mit dem Finger Herzen auf seinen Rücken zu malen.

Am Ende wird das Buch dann wirklich kitschig, romantisch und natürlich gibt es ein perfektes Happy End. Aber nicht nur für Hunter und Taylor, sondern auch alle Nebencharaktere erleben im Verlauf der Geschichte ihre eigenen Happy Endings.

Fazit: Chelsea M. Cameron hat mit „My favorite Mistake-Der beste Fehler meines Lebens“ ein gutes Buch aus dem New Adult-Genre geschrieben. Unterhaltsam und eine schöne Lektüre für den Frühling. Super für zwischendurch. Mir hat es jedenfalls gut getan.
4/5 Sternchen

 

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an mtb und BdB.

MIRA Taschenbuch

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[rezension] Angelfall(Penryn&the End of Days #1)

Susan Ee
Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 400 Seiten
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A]
ISBN: 978-3-453-26892-0
Ersterscheinung: 26. August 2013

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Meine Meinung: Eine postapokalyptische Welt (Kalifornien), sechs Wochen  nach den ersten Angriffen. Die meisten größeren Städte haben ganz schön etwas abbekommen, die Menschheit stark dezimiert , Regierungen zerstört. In den Stadten verstecken sich vereinzelte Menschen in den verlassenen Häusern und versuchen zu überleben. Gangs streiten um die einzelnen Gebiete. Immer wieder tauchen Flügel am Himmel auf.
Mittendrin Penryn, ihre querschnittsgelähmte Schwester Paige und deren an paranoider Schizophrenie leidende Mutter. Diese drei befinden sich gerade auf dem Weg zu einer sicheren Unterkunft, als sie eine Verfolgung unter den Angreifern miterleben. 5 Engel verfolgenen einen einzelnen Verletzten, schlagen ihn nieder und schneiden ihm seine Flügel ab. Um Paige und ihrer Mutter eine Chance zu geben zu entkommen mischt sich Penryn in diese Verstümmelung ein und rettet dem verletzten Engel das Leben. Einer der Angreifer schnappt sich allerdings daraufhin Paige. Pernyn beschließt den verletzten Engel mitzunehmen um herauszubekommen wohin Paige gebracht werden könnte. Der Engel, Raffe und Penryn machen den Deal, dass er sie zum Horst der Engel bringt und sie ihm hilft einen Chirurgen für seine Flügel zu finden.
Zusammen machen sie sich zu Fuß auf den Weg. Unterwegs treffen sie auf ein Wiederstandscamp das plant den Horst anzugreifen und verbringen ein paar Tage unter dessen Gastfreundschaft. Ob Penryn und Raffe es schaffen zum Horst zu kommen und was sie wenn ja dort erleben; ob Raffe sich seine Flügel wieder annähen lassen kann und was dieser Engel sonst noch so verbirgt..das müsst ihr leider selber lesen.

Im ersten Teil dieser Reihe hat mir sehr gut der Schlagabtausch gefallen, die Dialoge zwischen Penryn und Raffe. Penryn ist eine sehr starke junge Frau, ein Charakter der nicht so leicht aufgibt. Die mitgelieferten Erklärungen dafür, warum Penryn so taff ist und nicht wehrlos, sondern sogar recht gut ausgebildet ist sind mir deswegen besonders positiv aufgefallen.

Raffe ist anfangs ein ziemlich undurchsichtiger Charakter und erst später taut er etwas auf. Man erfährt andeutungsweise warum er so ist, aber genaueres bleibt erstmal im Dunkeln. Wer sich allerdings etwas mit den biblischen Engeln, Erzengeln und Dämonen auskennt kann hier schon eher einige Tendenzen erkennen. Beide Charaktere nähern sich im Laufe der Geschichte etwas an, aber so richtig deutlich wird das in diesem ersten Band noch nicht.

Über das Cover kann ich euch leider nur sagen, dass darauf Engelsflügel abgebildet sind. Ich hatte das Buch tatsächlich noch nicht in der Hand, gelesen hab ich die ebook-Ausgabe im epub-Format. So richtig aussagekräftig finde ich das Cover allerdings nicht, also ich empfinde es nicht so richtig als Eyecatcher. Passend ist es sicherlich.

Die Sprache von Susan Ee ist jugendlich gehalten, aber man merkt, dass es deutlich für eher ältere/junge Erwachsene geschrieben wurde. Schon wegen einiger doch recht brutaler und manchmal auch ekligen Szenen die im Buch vorkommen und dann auch noch genau beschrieben sind. Im Verlauf der Handlung hat das Buch leider einige Logikfehler und deutliche Schwächen. Anfangs fand ich das Buch wirklich atmosphärisch, aber gegen Ende hätte ich mir ein paar mehr Antworten gewünscht. Mehr darüber warum gerade die Welt von Engeln angegriffen wurde. Mehr Text auf den Seiten und nicht zwischen den Zeilen. Eigentlich weiß man gar nicht genau was gerade in der Welt so abgeht oder warum die Engel nun eigentlich über die Welt herfallen.
Natürlich weiß Penryn die uns diese Geschichte erzählt(Er-Erzähler aus ihrer Sicht) auch nicht mehr als der Leser, aber so ab und an noch ein paar Informationsstückchen mehr hätten auch nicht geschadet. Ich hoffe im nächsten Band(der im November’13 auf englisch erschien) gibt es ein paar Anworten.
Trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Fazit: Ein wirklich spannendes Buch, das trotz einiger Logikfehler neugierig macht auf den nächsten Teil von Susan Ee. Schon, weil ich von Erzengeln schon immer fasziniert war und ich außerdem wissen will, wie es mit Penryn und Raffe weitergeht und sehr gerne noch so einige Antworten auf offengbliebene Fragen hätte.
3,5-4/5 Sternen

[rezension] Boy Nobody 01

Allen Zadoff
Ab 14 Jahren / 336 Seiten
16,99 € [D], 17,50 € [A]
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Ersterscheinung: 03.09.2013

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Das Lederpolster im Mercedes fühlte sich weich an.

Man versinkt förmlich darin. Am liebsten möchte man sich heinfallen lassen und alles um sich herum vergessen.“

Meine Meinung: Wir lernen unseren Boy Nobody(der in Wirklichkeit Zach heißt) mitten in einem Auftrag kennen. Zach hat sich im Auftrag des Programms mit dem Jungen Jack angefreundet. Dessen Vater ist das eigentliche Auftragsziel. Er tötet den Vater und ist dank guter Planung sehr schnell vom Erdboden verschwunden. Nichts weist auf ihn hin. Dann wartet er auf die nächste Nachricht von ‚Mum‘ und ‚Dad‘. Zwischendurch blitzen immer mal wieder kurze Erinnerungen an sein frühreres Leben auf. Der zweite Auftrag den er bekommt scheint erst genauso zu laufen wie seine letzten, entwickelt sich aber dann ziemlich anders als Zach anfangs gedacht hätte.

In Boy Nobody 1 von Allen Zadoff begegnet uns eigentlich ein ziemlich brutales und trauriges Thema. Zach wurde mit 12 Jahren von seinen Eltern entführt, nachdem sich ein Junge in sein Leben geschlichen hat um seinen Vater zu töten und sich zuvor mit ihm angefreundet hatte. Das Programm entführt ihn und bildet ihn ebenfalls  aus. Wäscht sein Gehirn und dreht ihn quasi komplett herum, immer in dem Glauben das seine Eltern getötet wurden. Vom normalen Zwölfjährigen zum Superkiller. Unauffällig und leise. Das Ganze hier erinnert ein bischen an Jason Bourne in jungen Jahren, nur ohne die Schusswaffen. Würde dieses Buch verfilmt werden, wäre es definitiv ein eher ruhigerer Agententhriller. Mehr im Stil von Metal Gear Solid, denn wirklich Jason Bourne. Mir würde es auf jeden Fall so gefallen.

Boy Nobody ist geschrieben in der Ich-Erzählerperspektive, aus Zachs Sicht. Die Kapitel sind sehr kurz und die Überschriften sind eigentlich gar keine. Es ist immer bereits der erste Satz des Kapitels, also nicht überlesen. Besonders auffällig am Sprachstil fand ich die Art Zach erzählen zu lassen.  Es ist als würde man ein Tagebuch live miterleben. Die einzelnen Sätze sind kurz, fast abgehackt. Militärisch könnte man sagen, eigentlich passend zur Art des Buches in der aus einem unschuldigen Jungen ein Soldat gemacht wird. Zwischen der eigentlichen Handlung um seine Aufträge als Killer tauchen immer wieder bruchstückhafte Erinnerungsfetzen an sein Leben „vorher“ auf.

Zugegeben, zu anfangs hatte ich ganz schön Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden. Die Sätze sind wirklich sehr kurz und gewähren einem erst keinen gleitenden Lesefluss. Nahezu stakkatisch abgehackt. Liest man aber ein paar Seiten weiter ergibt der Stil doch tatsächlich Sinn, denn genauso wie er schreibt denkt Zach anfangs auch. Kurz und umunwunden. Nicht mehr als nötig um es mal böse auszudrücken. Deswegen bekam ich zuerst gar keinen Zugang zu Zach. Das gibt sich aber mit der Zeit. Es passt wie gesagt zur Thematik des Buches und gibt einem einen guten Einblick in Zachs Wesen. Einmal das aktuelle und dann noch die Seite, die immer wieder aufblitzt und zu seinem alten Ich gehört.

Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten und zeigt eine kleine Aussicht eines Parks in dem man einen Mann vom Beobachter weglaufen sieht. Zudem ein Fadenkreuz. Ich denke besser kann man das Thema gar nicht darstellen. Gut gelungen auf jeden Fall. Ohne Schutzumschlag ist das eigentliche Buch dann komplett rot mit einem Fadenkreuz in dessen Mitte man ein Einschussloch sieht. Die rote Oberfläche sieht zudem noch aus wie „abgeschrabbt“.

Fazit: Ein Jugendagententhriller der ruhig und leise, aber nicht langweilig daherkommt. Und die Thematik wie die Vergangenheit vom Protagonisten bieten noch eine Menge Platz für eine super Steigerung in den nächsten Büchern.
 4/5 Sternen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an bloomoon und BdB.