Gedichtestunde mit Kind

Vor ein paar Tagen haben Tochterkind und ich ja beim lovelybooks Leseabenteuer mitgemacht und für die Leserunde das Buch „Die Tuschelmuscheln“ bekommen, gelesen und rezensiert.
Seitdem muss ich sagen sind die Reime bei uns dauerhaft eingezogen. Ständig rennt das Tochterkind hier rum und erfindet irgendwelche Reimtiere. Hier mal ein Auszug aus unserem Sonntagnachmittag mit Mami, Papi und Tochterkind. Phie hatte eine ganze Menge Spaß daran. ^^ Und wie ich eben von oben gehört habe möchte sie vorm Schlafen noch mit mir Kuscheln und ..richtig..die Tuschelmuscheln vorgelesen bekommen. Ich geh dann mal..*seufz* 😉

Eine kleine Meise

zog es fort auf weite Reise,

sie flog ganz allein

weit, weit über den Rhein

bis nach Köln hinein.

Sie dacht dort wär es schön,

doch bekams dort einen Fön.

Da sprach’s :ich bin ja auch nicht dumm,

ich kanns auch andersrum!

Nikolaus Abend – Gedicht

Zum Abschluss des heutigen Nikolaus Tages noch ein Gedicht, dass ich im Netz suchen musste, da ich es zwar vor laaaanger, sehr langer Zeit mal in der Schule gelernt hatte, aber nur noch in ganz schwachen Ansätzen kannte. Leider lernen viele Kinder den „richtigen“ Nikolaus gar nicht mehr von Zuhause her kennen. Meinem eigenen Tochterkind fällt es mit fünf noch schwer genug zu verstehen wer denn nun wann kommt, erzählt einem doch jeder etwas anderes. Egal ob dann die Kids in der Kita untereinander reden, mal der TV läuft und dort Werbung mit rot gewandeten Männern zu sehen ist oder das Christkind durch die Gedanken schwebt. *puuh* War das für unsere Eltern auch so schwer früher? Ich glaube ja das es damals etwas einfacher war, weil ich zB noch näher an der Kirche aufgewachsen bin und weniger individuell und mit dem Konsum im Fernsehen. Nunja, genug geschwafelt..

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Knecht Ruprecht

Nikolausgedicht von Theodor Storm

Von drauß, vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldne Lichtlein blitzen,
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es „alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
alt und jung sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn,
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!“

Ich sprach: „O lieber Herr Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo’s eitel gute Kinder hat.“
– „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;
den Apfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.“
– „Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten!“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß, vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind’?

❤ Aki