[rezension] Gib mir deine Seele

 

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Jeanine Krouk

Gib mir deine Seele

Originaltitel: Gib mir deine Seele
Ab 16 Jahren / 783 Seiten
9,99 € [D], 10,30 € [A]
ISBN: 978-3-453-53472-8
Erscheinungstermin: diese Ausgabe- 10. November 2014

 HIER bestellbar

 

Zitat S.151

Die Leidenschaft hatte längst ihr Votum abgegeben, und allmählich streckte auch die Vernunft ihre Waffen.
Als Constantin ihre Taille umfasste, ließ sich der Verstand überhaupt nicht mehr zur Abstimmung blicken.

Meine Meinung: Ein Ausflug in die Welt der Oper.
Die junge, talentierte, aber leider bisher erfolglose Sängerin Pauline Roth wird nach einem verpatzen Vorsingen in Venedig vom charismatischen, reichen und geheimnisvollen Constantin Dumont aufgelesen. Ab da kann er einfach nicht mehr von ihr lassen. Er bietet ihr an, ihr zu helfen zu einer erfolgreichen Sängerin zu werden. In einem Jahr! Wenn sie sich im Gegenzug zu absolutem Gehorsam ihm gegenüber verpflichtet. Und zwar überall.
Pauline geht auf den zweifelhaften Handel ein und für sie beginnt nicht nur ein sehr erfolgreiches und spannendes Jahr mithilfe der besten Gesangslehrerin der Welt, sondern sie entdeckt auch ihre Liebe zu Constantin. Und ihm geht es nicht anders. Doch scheint es da in beider Leben noch etwas zu geben, was die anscheindende Idylle trüben könnte. Etwas mytisches scheint sie zu sogar zu bedrohen.

An Inhaltszusammenfassung muss ich hier leider stoppen, denn sonst würde ich zuviel erzählen über den Rest der Story der noch kommt. Und trotz der unzähligen Seiten die dieses Buch hat, ist die Handlung gar nicht so tief oder ausgereift wie sie hätte sein können. Mir war an einigen Stellen zu langatmig. In großen Teilen des Buches kommt die Handlung gar nicht voran. Die Anziehung zwischen den beiden braucht auch eine gewissen Anlaufphase, was ich aber gut finde.
„Gib mir deine Seele“ ist generell ein Buch das dem aktuellen Erotik-Roman-Prinzip folgt, dem man hier noch etwas griechische Mythologie beimischen wollte: naive, total genial aussehende „graue Maus“ trifft auf geheimnisvollen, supersexy, erfolgreichen und dominanten Mann und haben eine leidenschaftliche Affäre miteinander, wenn sie sich nicht sogar ineinader verlieben. Der Klappentext des Buches deutet auf einen richtig echten Erotikroman hin, aber letztendlich muss ich leider sagen, dass in dem Buch gar nicht so viel Erotik vorkommt wie man es aus anderen Büchern dieses Genres kennt. Aber der vorkommende Teil ist wirklich gut geschrieben.

Überhaupt sind die Beschreibungen in diesem Buch sehr, sehr gut. Viele handeln von den großen Opern und den Brettern die die Welt bedeuten und oft fühlt es sich so an, als wäre man als Leser selbst vor Ort und würde sogar die Musik hören.
Der Schreibstil ist flüssig lesbar und bietet wie gesagt gute Beschreibungen, aber an manchen Stellen wirkt es plötzlich holpriger als vorher. Meistens sind das auch genau die Stellen, an denen ich das Gefühl hatte irgendetwas stimmt mit der Logik der Handlungen gerade nicht, was ich aber nicht fest greifen konnte.
Die vorhandenen Erotikszenen sind anschaulich, aber nicht vulgär beschrieben. Hätten aber durchaus mehr sein können. Genügend Seiten wären da gewesen.
Die Geschichte hatte für mich insgesamt einen eher melancholischen Ton und alles Gute und Tolle scheint wegen der Musen/Götter-Andeutungen im Buch zu einer negativen Wendung führen zu müssen, man weiß es aber natürlich nicht.
Und die Auflösung lässt auf sich warten. Das ganze Buch über gibt es gefühlt Tausende Andeutungen darüber, was es bedeutet eine Muse zu sein, welch schlimmes Schicksal Pauline nach diesem Jahr erwartet, wie man das umgehen kann, das man es nicht umgehen kann, die gesundheitlichen Probleme die es da noch gibt, wer welche Fäden im Hintergrund zieht.
Es sind über diese fast 800 Seiten so viele Andeutungen, dass der Leser am Schluss ein gigantisches Finale erwartet in dem alles aufgelöst wird.
Das erwartete grandiose Finale kommt aber leider nicht richtig. Der große Knall bleibt aus. Irgendwie wird manches aufgelöst, aber immer nur so halb und lässt einen recht unbefriedigt mitten im luftleeren Raum stehen. Schade eigentlich. 20 Seiten vor Ende hofft man nämlich immer noch, dass jetzt noch etwas kommt. Das Ereignis sozusagen.

Die Autorin hat besonders die Aspekte der Oper und auch die Reisen in die verschiedenen Städte so anschaulich beschrieben, dass man merkt welch eigenen Hintergrund sie hat. Den konnte sie hier sicher gut nutzen. Zumindest wurde hier richtig Herzblut hineingelegt
Die eigearbeiteten mystischen Aspekte der griechischen Antike wurden meiner Ansicht nach leider nicht komplett genutzt oder ausgereizt, denn obwohl es häufiger erwähnt wird und auch in der zweiten Hälfte einige Rückblenden und Gespräche mit Göttlichkeiten vorkommen, würde es dem Roman wegen dem großen Fokus auf die Oper gar nicht auffallen, wenn sie nicht vorhanden wären.
Am Ende des Buches wusste ich leider nicht so wirklich worauf die Handlung denn nun eigentlich hinaus wollte und wie es weitergehen könnte, aber für einen Ausflug in die Welt der Musik ist dieses Buch sicher das richtige. Wenn man sich darauf einlassen kann.
Die Story wirkte für mich an manchen stellen wie konstruiert. Wie ein Stück einer Oper über die es uns hier erzählt.
Die Protagonisten bleiben teilweise recht distanziert, sind aber auch nicht wirklich flach. Der Erzähler wurde aus Constantins und Paulines Sich im Er-Erzähler geschrieben. So erfährt man als Leser eigentlich über beide Personen genug um eine Bindung aufzubauen. Über Pauline erfährt der Leser allerdings deutlich mehr, denn wenn man über Constantin mehr oder genaueres erfahren würde, müsste man sich am Ende nicht so viel zusammenreimen. Die Gefühle der beiden sind zwar vorhanden, aber dank Constantins Disziplin werden sie nicht überschwellig.
Einige Nebencharaktere, besonders Nicolas, treten dafür öfter in den Vordergrund. Mal davon abgesehen, dass er eh kaum von der Seite eines der beiden Protas weicht.

Das Cover dieser Ausgabe seht ihr oben auf dem linken Bild. Das alte Cover seht ihr von der Verlagsseite verlinkt. Ich finde das alte Cover sogar schöner, denn das roter Kleid was sich auflöst in Noten finde ich für die angestrebte Thematik des Buches einfach perfekt. Das neue Cover ist aber superhochglänzend und hat dadurch auch seinen Reiz.

Fazit: Ein Buch, das einen in die Welt der Oper rund um den Globus entführt, aber leider etwas zu wenig aus dem mythischen Teil seiner Handlung gemacht hat und für so viele Seiten noch ein paar mehr erotische Szenen gebraucht hätte.

3/5 Sterne

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an das Bloggerportal und Heyne<

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2 Antworten zu “[rezension] Gib mir deine Seele

  1. Mir gefällt das alte Cover auch besser. Gelesen habe ich das Buch noch nicht, habe es aber mal gewonnen. Der Klappentext hat mich eher abgeschreckt, der klang nach SM-Erotik und darauf habe ich gerade gar keine Lust. Aber wenn du sagst, der Anteil sei gering, dann versuch ich es bald mal!

    LG
    Mona

    • Ja das Cover ist einfach viel toller und drückt auch besser diese Liebe zur Musik aus. Ich fand wie gesagt, dass der mystische Teil bei dem es um den Titel geht recht gering ist und die erotikszenen insgesamt sind auch schon fast zu überlesen..bei der Seitenzahl würde nicht mal auffallen wenn man sie wirklich überspringt xD ist ja noch genug da 😉
      Lg

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