[rezension] Boy Nobody 01

Allen Zadoff
Ab 14 Jahren / 336 Seiten
16,99 € [D], 17,50 € [A]
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Ersterscheinung: 03.09.2013

 hier bestellbar

Das Lederpolster im Mercedes fühlte sich weich an.

Man versinkt förmlich darin. Am liebsten möchte man sich heinfallen lassen und alles um sich herum vergessen.“

Meine Meinung: Wir lernen unseren Boy Nobody(der in Wirklichkeit Zach heißt) mitten in einem Auftrag kennen. Zach hat sich im Auftrag des Programms mit dem Jungen Jack angefreundet. Dessen Vater ist das eigentliche Auftragsziel. Er tötet den Vater und ist dank guter Planung sehr schnell vom Erdboden verschwunden. Nichts weist auf ihn hin. Dann wartet er auf die nächste Nachricht von ‚Mum‘ und ‚Dad‘. Zwischendurch blitzen immer mal wieder kurze Erinnerungen an sein frühreres Leben auf. Der zweite Auftrag den er bekommt scheint erst genauso zu laufen wie seine letzten, entwickelt sich aber dann ziemlich anders als Zach anfangs gedacht hätte.

In Boy Nobody 1 von Allen Zadoff begegnet uns eigentlich ein ziemlich brutales und trauriges Thema. Zach wurde mit 12 Jahren von seinen Eltern entführt, nachdem sich ein Junge in sein Leben geschlichen hat um seinen Vater zu töten und sich zuvor mit ihm angefreundet hatte. Das Programm entführt ihn und bildet ihn ebenfalls  aus. Wäscht sein Gehirn und dreht ihn quasi komplett herum, immer in dem Glauben das seine Eltern getötet wurden. Vom normalen Zwölfjährigen zum Superkiller. Unauffällig und leise. Das Ganze hier erinnert ein bischen an Jason Bourne in jungen Jahren, nur ohne die Schusswaffen. Würde dieses Buch verfilmt werden, wäre es definitiv ein eher ruhigerer Agententhriller. Mehr im Stil von Metal Gear Solid, denn wirklich Jason Bourne. Mir würde es auf jeden Fall so gefallen.

Boy Nobody ist geschrieben in der Ich-Erzählerperspektive, aus Zachs Sicht. Die Kapitel sind sehr kurz und die Überschriften sind eigentlich gar keine. Es ist immer bereits der erste Satz des Kapitels, also nicht überlesen. Besonders auffällig am Sprachstil fand ich die Art Zach erzählen zu lassen.  Es ist als würde man ein Tagebuch live miterleben. Die einzelnen Sätze sind kurz, fast abgehackt. Militärisch könnte man sagen, eigentlich passend zur Art des Buches in der aus einem unschuldigen Jungen ein Soldat gemacht wird. Zwischen der eigentlichen Handlung um seine Aufträge als Killer tauchen immer wieder bruchstückhafte Erinnerungsfetzen an sein Leben „vorher“ auf.

Zugegeben, zu anfangs hatte ich ganz schön Schwierigkeiten in das Buch hineinzufinden. Die Sätze sind wirklich sehr kurz und gewähren einem erst keinen gleitenden Lesefluss. Nahezu stakkatisch abgehackt. Liest man aber ein paar Seiten weiter ergibt der Stil doch tatsächlich Sinn, denn genauso wie er schreibt denkt Zach anfangs auch. Kurz und umunwunden. Nicht mehr als nötig um es mal böse auszudrücken. Deswegen bekam ich zuerst gar keinen Zugang zu Zach. Das gibt sich aber mit der Zeit. Es passt wie gesagt zur Thematik des Buches und gibt einem einen guten Einblick in Zachs Wesen. Einmal das aktuelle und dann noch die Seite, die immer wieder aufblitzt und zu seinem alten Ich gehört.

Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten und zeigt eine kleine Aussicht eines Parks in dem man einen Mann vom Beobachter weglaufen sieht. Zudem ein Fadenkreuz. Ich denke besser kann man das Thema gar nicht darstellen. Gut gelungen auf jeden Fall. Ohne Schutzumschlag ist das eigentliche Buch dann komplett rot mit einem Fadenkreuz in dessen Mitte man ein Einschussloch sieht. Die rote Oberfläche sieht zudem noch aus wie „abgeschrabbt“.

Fazit: Ein Jugendagententhriller der ruhig und leise, aber nicht langweilig daherkommt. Und die Thematik wie die Vergangenheit vom Protagonisten bieten noch eine Menge Platz für eine super Steigerung in den nächsten Büchern.
 4/5 Sternen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares an bloomoon und BdB.

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