[rezension] Der Kuss der Sirene

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Mandy Hubbart
Der Kuss der Sirene
Ab 12 Jahren / 288 Seiten
14,99 € [D], 15,41 € [A]
ISBN: 978-3-473-40090-4
Erhältlich seit 1. Februar 2013

Kurzbeschreibung laut Ravensburger Buchverlag: Nur Lexi weiß, warum ihr Freund Steven beim gemeinsamen Schwimmen ertrank. Ihr Gesang hat ihn zu weit aufs Meer hinausgelockt. Sie ist eine Sirene, eine Meerfrau. Seit jener Tragödie leidet Lexi unter Schuldgefühlen und führt ein einsames Leben. Nur Cole, Stevens bester Freund, bemüht sich um sie, und schließlich verliebt sie sich in ihn. Doch da tritt Erik auf den Plan. Er ist wie Lexi. Ein Wasserwesen. Und seine Pläne sind so dunkel und unergründlich wie der Ozean …

Meine Meinung: Lexi 17, lebt in Cedar Cove,Oregon und besucht die dortige Highschool. Eigentlich könnte Lexi das Leben eines ganz normalen Teenagers leben, wenn ja wenn sie nicht zwei Jahre zuvor ihren Freund ertränkt hätte. Und nur Lexi weiß was passiert ist. Nur Lexi weiß, dass sie es war die Stevens Tod herbeigeführt hat. Denn Lexi ist eine Sirene. Seit diesem Tag hat Lexi sich von Allem zurückgezogen. Lexi verbringt ihr Leben alleine. Zwei Jahre nach diesem Ereignis beginnt Stevens bester Freund Cole zu Lexi durchzudringen und sie verlieben sich ineinander. An diesem Punkt tritt der attraktive Erik auf und Lexi interessiert sich tatsächlich für ihn, denn Erik ist wie Lexi anders. Erik ist ein Nix, ein Meermensch und angeblich kann er er helfen ihren Fluch zu besiegen. Doch in dieser Geschichte ist nicht alles so wie es scheint und es kommt am Ende zu einem Kampf um Leben und Tod..

Direkt von Anfang an versteht es die Autorin den Leser in die Gefühlswelt von Lexi zu entführen. Das Buch enthält keine Brutalität oder Obzönitäten und doch spürt man förmlich eigenhändig die selbstauferlegten Qualen von Lexi.
Durch die Ich-Erzähler-Perspektive bekommt man einen noch besseren Einblick in ihre Gefühle.
Die Beschreibungen im Buch sind wunderbar detailreich und fein ohne zu überladen. Ich mag diese gefühlvoll und wie nebenbei erscheinenden eingearbeiteten Details(S.76/S.118).
Zitat Bsp.:Kap.2 Seite 15
„Seine Augen erinnern mich an die Spiegelbilder der Bäume unter Wasser, wenn deren braune und grüne Umrisse zu schimmernden Gebilden jenseits der Wasseroberfläche verschwimmen.“
Bei diesem Zitat erkennt man die sanften Beschreibungen und den runden, feinen Schreibstil von Mandy Hubbard, der ansonsten gut und flüssig zu lesen ist. Er ist für junge Leser ausgelegt, aber definitiv nicht übertrieben jugendlich. Eigentlisch erscheint das ganze Buch sehr sanft(ich weiß leider keine andere Beschreibung dafür), was der Itensität der transportierten Gefühle aber nicht schadet, eher im Gegenteil.
Mandy Hubbart bringt sehr gut rüber, wie Lexi leidet und unter der selbstauferlegten Zurückgezogenheit, der Tortur Alles zu verlieren was man liebt, den Selbstzweifel und den Schuldgefühlen ein Menschenleben genommen zu haben. Durch den Schreibstil von Mandy Hubbard kann man ihre Qual wenn man sich darauf einlässt sehr gut nachempfinden.

Die einzelnen Kapitel sind unterschiedlich kurz und bilden sinnvolle Abschnitte innerhalb der Handlung. Mandy Hubbard kreiert in „Der Kuss der Sirene“ eine phantastische Welt die trotzdem sehr real wirkt und nicht abgehoben daherkommt.
Lexi finde ich sehr symphatisch und obwohl ich sicher keine Sirenenerlebnisse hatte, kann ich ihr Verhalten und auch ihre spätere Entscheidung gut verstehen und nachvollziehen.Winodws-7-aurora-wallpaper
Cole ist ebenso wie Lexi ein sehr liebevoll gestalteter Charakter und auch seine Beweggründe sind logisch. M.Hubbard schafft es meiner Meinung nach allen Charakteren mit Gefühl Leben einzuhauchen und sie glaubhaft erscheinen zu lassen.
Die Charaktere im Buch haben ihre Schwächen, sind aber in der Lage sich zu ändern, sich zu entwickeln oder zumindest Eigenerkenntnisse zu haben(S.225/S.226) wo man bildlich sieht wie eine Entscheidung zu ihr durchdringt.

Das Cover der deutschen Ausgabe besticht durch eine meergrüntürkises Bild mit Wasseroptik und der geschnörkelten, silberglänzenden Schrift, was sehr gut zu Inhalt und Geschichte passt.

Fazit: Man sollte von dem Gedanken Abstand nehmen, dass hier Fischwanzbeflosste Meerjungfrauen durch den Ozean paddeln und in der Tiefe Abenteuer erleben, wer so etwas erwartet sollte besser zu einem anderen Buch greifen.
Mandy Hubbard ist es in meinen Augen sehr gut gelungen einen gefühlvollen und „echten“ Jugendroman zu schreiben, der mit einer interessanten Story, schöner Sprache und und einer etwas anderen Sicht auf Sirenen um die Ecke kommt.
5 von 5 Sternen

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