Was einem mehr am Herzen liegen sollte..

Bücher und das Überleben derselbigen.
Ok, das jetzt prinzipiell nichts wirklich Neues. Denn genau dieses Thema liegt gefühlten 200 Blogs die ich regelmäßig unregelmäßig lese, verfolge, kommentiere oder aus der Leiste schmeiße auch am Herzen. Doch tut es das eigentlich manchmal wirklich? Und ja, ich werde hier abschweifen, hin- und herdenken und sicher nicht eine gerade Linie im Blick haben.

Eine Woche war ich ohne Internet und natürlich ging so einiges an mir vorbei, trotz Radio und Nachrichten im TV, denn dort landet gar nicht immer alles aus der digitalen Welt oder erst später oder ich hab wirklich mal keine Zeit Nachrichten zu gucken (zB weil Tochterkind ins Bett gebracht werden muss oder sie die Nacht über immer wieder hustend, kurz vorm Erstickungsanfall wach wird).
Aber dieses hier erreichte mich auch ohne Inet. Angesehen habe ich es aber erst jetzt, denn am 13. Feb. war Kind besonders krank, da hatte ich keine Gedanken für andere Dinge.

Ich habe heute einige Beiträge auf FB entdeckt, andere über die Weiterleitungen auf Internetseiten. Egal was ich gelesen habe, immer der gleiche Tenor: amazon ist (ja, genau wie viele andere Betriebe) eher ausbeuterisch orientiert.
Wer nicht weiß wovon ich rede oder es nicht mitbekommen hat. Schaut euch doch einfach mal diesen Beitrag der ARD an
amazon-Reportage

Wer den darauf folgenden „shitstorm“ (selten dämliches Wort übrigens) nicht mitbekommen hat, sollte dann nochmal hier reinlesen.
boersenblatt-amazon shitstorm

Eine Expertenmeinung ob das die Haltung oder das Einkaufsverhalten der Verbraucher/Nutzer ändern wird findet ihr dann auch hier:
boersenblatt-Experteninterview zum Kaufverhaten
Ok, das ist sicher nicht wirklich verkehrt, denn die Masse an Käufern/Nutzern/Verbrauchern sind Gewohnheitstiere und dazu noch mehr als bequem. Klar bietet amazon des Öfteren gute Angebote, aber ist mir als Käufer wirklich komplett egal woher diese Angebote kommen? Ein erste Aufbegehren gegen diese Massenangebotsfabrik amazon zeigt der CH.Schroer Verlag, der seine Zusammenarbeit mit amazon in einem öffentlichen Brief kündigt und gleich noch einige weitere Punkte warum und überhaupt mit anführt(obwohl die sicher nicht neu sind hätte man damit „leben“ können).
Nachlesen könnt ihr diesen Brief direkt auf der Verlagsseitevon CH.Schoer oder auch als Auszug auf der boersenblatt Seite.
Ich möchte hier keinen Aufruf starten amazon zu boykottieren, aber vielleicht regt es den ein oder anderen ja zum Denken an.
Wer noch mehr denken möchte, sollte auch diesen Artikel und vielleicht sogar die Kommentare auf faz.net mal lesen.

Edit 19.02.
Mittlerweile hat sich noch ein öffentlicher Brief eines Verlags mit amazon-Kündigung ergeben. Nachzulesen auf der Verlagsseite von VAT.

Edit 22.02.Es ergeben sich natürlich nach und nach noch mehr Berichte, Wahrheiten, Unwahrheiten und sonstiger Kram. Wer noch mehr lesen möchte, kann sich auch hier und hier nochmal durchlesen.

Abschließend würd ich gerne noch ein paar Sätze über meine Meinung zu diesem Thema hinterlassen. Und würde mich natürlich auch über eure Meinungen freuen.
Natürlich ist diese Reportage teilweise sehr effekthaschend gestaltet, aber trotzdem zeigt der Film(der sich ja speziell auf die Weihnachtszeit bezieht) einiges, was ich persönlich nicht schön finde. Wobei mir besonders bei den letzten Bildern des Films einige Gedanken an längst vergangen gedachte Zeiten durch den Kopf schossen.

Hier könnt ihr auf Bild.de auch noch eine andere Seite zu diesem Thema durchlesen.

Und natürlich gibt es zu diesen Themen so viele Facetten zu beachten, so viele Seite zu betrachten, dass unmöglich ein Einziger alleine diese alle erwähnen kann und den richtigen Ton trifft, das alle sofort rufen „Ja..der hat Recht“. Nein, sie wissen es eh alle besser. Schon während des Schreibens dieses Artikels fallen mir noch hundert andere Dinge ein die ich erwähnen müsste. Und sicher geht es in anderen Branchen auch nicht immer gut zu, aber das hier war mir persönlich dann doch zuviel. Und nur aus dem Grund etwas von einer bestimmten Firma trotzdem weiter zu dulden, nur weil es andere ja auch nicht anders machen ist meiner Meinung nach einfach die falsche Verhaltenspolitik. Davon abgesehen jammern viele Deutsche wirklich auf hohem Niveau. Uns geht es zumindest besser als zB den Griechen oder Spaniern.

Amazon ist wahrlich eine Produktekrake. Findet man hier nicht nur Bücher, ebooks und Musik, Klamotten, Bastelkram, Wolle und Einrichtungsgegenstände, nein auch alles andere was das Herz begehrt ist hier zu finden und wenn nicht, verlinkt amazon auf einen privat Verkäufer oder ein rebuy-Angebot.
Niemand fragt wie das überhaupt möglich ist und was hinter alleine dem Aufwand des Einpflegens neuer Produkte steht. Vom Lagern und Versenden ganz zu schweigen, denn irgendwo müssen die Produkte ja auch herkommen.
Doch rechtfertigt unsere Bequemlichkeit wirklich diese Bedingungen unter denen die Produkte zu uns kommen? Oder wie die Preise überhaupt entstehen?
Warum überhaupt amazon? Ich habe früher selber bei amazon eingekauft. Als man Mangas und Comics nur in Comicbuchhandlungen bekommen hat, wenn überhaupt. Doch konnte ich mir den Weg in die Stadt zu der einen Comicbuchhandlung in meiner Stadt gar nicht jedes Mal leisten, denn eine Fahrkarte hatte ich da noch nicht. Seit meinem Studium(und das begann 2002) habe ich nichts mehr bei amazon gekauft.  Generell kaufe ich da nichts. Klar habe ich da auch schon gestöbert nach Büchern und T-Shirts aus Amerika die es hier nicht gibt, nach speziellem Backzubehör, nach Kinderpartybedarf. Gekauft habe ich bisher aber nichts davon, denn alles was ich dort gesehen habe konnte ich entweder in einem Laden in der Stadt auch finden oder bei einem spezialisiertem Shop mit Onlineversand(zB ein Laden für Backbedarf, der aufgrund der Tatsache das es diese Art Geschäft nicht so oft und in nur wenigen Städten gibt auch online versendet) erstehen.
Warum sollte ich etwas bei amazon kaufen, wenn ich dieselben(diegleiche? verdammt xD) Produkte auch bei kleineren Versandhandeln oder direkt in einem Buchshop bestellen oder kaufen kann? Weil es so einfach und bequem ist? Weil es so günstig ist? Ist es das denn(siehe den offenen Brief  im Link von CH.Schroer weiter oben)?
Günstig, klar hat amazon immer wieder gute Angebote. Natürlich ist es bequem wenn ich alles auf einen Klick haben kann. Doch ich finde man sollte manchmal einfach etwas weiter denken. Kaufe ich lieber bei einem Onlineversandriesen oder bei einem kleinen Unternehmen, dass diese Bestellung wirklich brauchen könnte. Klar bringt ein Boykott im Grunde niemandem etwas, zumindest nicht dem Teil der Festangestellten, aber gar nicht tun und einfach weiter zusehen geht gar nicht. Petitionen unterschreiben und amazon anschreiben? Petitionen ja. Amazon anschreiben, was soll das bitte bringen?!
Und warum überhaupt verlinke all diese tollen selbsternannten Buchblogger und Buchliebhaber auf amazon? (Falls sich von kommendem jemand auf den Schlips getreten oder angesprochen fühlt: es geht nicht gegen dich. ehrlich!!)
Buchliebhaber ist für mich niemand der seine sämtlichen Bucheinkäufe auf amazon vorbestellt. Sondern derjenige der in die Buchhandlungen, Bibliotheken und Flohmärkte geht und dort einkauft. Und sei es nur um dem Buchhandel dieses Standbein nicht wegzuziehen. Welche Bücher könnt ihr denn bei amazon bestellen, die ihr nicht in den meistigsten kleinen Buchhandlungen, herrgott, Weltbild, thalia oder der Mayerschen vorbestellen/bestellen könnt?!
Davon abgesehen, dass ich das Argument der bequemen Lieferung nach Hause irgendwie einfach doof finde. Denn ich habe noch nie gehört, dass zB thalia jemandem den Bringdienst nach Hause verweigert hätte?!
Oh und davon mal abgesehen all ihr ach so tollen Buchblogger und Extremleser(und ja, ich hatte die Tage einen kleinen Disput mit jemand ziemlich arroganten aus diesem Bereich, obwohl die meisten die ich bisher kennenlernen durfte wirklich toll sind)..wenn ihr schon so toll seit: warum verlinkt ihr ernsthaft auf amazon? So als Buchliebhaber die ihr ja seid? Amazon ist wahrlich kein Buchhandel.
Meine Meinung: wenn ihr doch so toll seit, warum schafft ihrs dann nicht auf mmh..sagen wir die Verlagsseiten zu verlinken? Mehr Arbeit? Hätte ich ne Idee: lest ein Buch weniger und peppt eure Blogseiten mit den Varlagslinks auf. (was ich im übrigen tue obwohl ich auch erst auf den „auf-amazon-verlinken-Zug“ aufspringen wollte)

Jetzt kommen natürlich diese typischen Meinungen wie: „aber da und dort läuft das auch so, dann müsste man da ja auch nicht kaufen“. Oder „erinnerst du dich noch an den Lidlskandal, da gehste wohl auch nicht mehr hin oder was“. „Denk nur mal an die Leute im EZH oder die Paketdienstler“. Oder „du kaufst doch auch bei den Klamottenläden wo Kinder ausgebeutet werden und die Angestellten einen Hungerlohn erhalten“.
Tjoah, muss ich euch ganz ehrlich sagen. Richtig. Selbstverständlich kann der Käufer als einzelnes Individuum nur das wissen, was er zB aus Enthüllungsreportagen, Berichten, Eigenerfahrungen etc. weiß, aber ist das denn verkehrt?!
Ich kaufe wenig bei Lidl ein. Stimmt. Ich gehe stattdessen öfter bei dem Rewe um die Ecke einkaufen, der übrigens nicht direkt zu Kette gehört, sondern in privater Hand ist. Ich kaufe wenig bei real oder Kaufland ein. Schlicht weil ich Riesenpackungen gar nicht brauche und wegwerfen würde. Lieber kaufe ich eine Paprika, als drei und zwei davon wegzuschmeißen.
Wenn ich es weiß, kaufe ich mir lieber eine gute Jacke/Hose/Pullover, als fünf von einem Laden von dem bekannt ist, dass dafür Menschen kaum Lohn bekommen oder Kinder in Bangladore und sonstwo arbeiten müssen.
Und wenn jemand mit dem Argument um die Ecke kommt „sie müssen ja nicht da arbeiten“, stimmt schon, die Leute im EZH aber auch nicht(und da hab ich auch schon gearbeitet im EZH). Und wer jetzt meint unbedingt mitreden zu müssen wie wenig er verdient und vieviel doch diese Leiharbeiter bekommen. Fragt euch doch mal was würdet ihr denn an deren Stelle machen, wenn euch in eurem Land keine andere Perspektive geboten wird?
Und habt ihr auch schonmal für nur 4,20€ gearbeitet? Nicht? Ich schon, wer also bitte über seine 7,30€ meckern möchte den kann ich nur fragen: Tauschen?!
Joah, genug gemeckert. Ich kaufe nicht bei amazon, also werde ich es auch in Zukunft nicht tun. Ich habe keinen Kindle, sondern einen Kobo und bin damit ungebundener was die Wahl meiner Einkaufsmöglichkeiten angeht(thalia und weltbild funktionieren auf jeden Fall beide, Lyx de Lust auch^^).
Meinungen? Immer her damit? Anmerkungen das ich was vergessen hätte und es noch andere Ausbeuterbetriebe gibt? Sparts euch, denn ich kenne nunmal nicht alle, nur amazon ist gerade ein Beispiel für auch Andere. Für mich ist es ja nichts ungewöhnliches dort nicht zu kaufen.

Und jahaaa ich weiß, einseitige Sicht und so. Aber: ist ja auch mein Blog, ergo meine Meinung. Und natürlich ist die nicht Absolut oder Ausschlaggebend, aber falls hier unten wer ankommt(und es ist wirklich viel zu lesen) kann er zumindest sicher sein mein Quergedachtes gelesen zu haben. 😉
❤ Aki

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Eine Antwort zu “Was einem mehr am Herzen liegen sollte..

  1. Ganz so konsequent wie Du bin ich nicht, allerdings bestelle ich nur noch bei Amazon, wenn man ein Buch woanders nicht mehr bekommt, es da aber noch irgendwo auf dem Marketplace herumschwirrt. Das ist bei mir schon länger so, nicht erst seit dem TV-Bericht… Es hat mir schon damals überhaupt nicht geschmeckt, dass die Hermes engagiert haben, unter den ganzen sowieso nicht sozialen Paketdiensten wohl der unsozialste.
    Interessantes Thema, für weitere Ausführungen bin ich momentan nicht fit genug, aber ich glaube, wir liegen da meinungsmäßig ziemlich dicht zusammen. 🙂

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