[rezension] Die Wächter von Enruah – Timo Braun

Autor: Timo Braun
Titel: Die Wächter von Enruah
Genre: Fantasy
Preis: 15,95€
Paperback, 352 Seiten
Erschienen: Oktober 2012
ISBN 978-3-7751-5405-5

Leseprobe

Danke an die Lovelybooks Leserunde und den SCM Hänssler Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplares.

Kurzbeschreibung laut SCM Hänssler Verlag:

Im wahren Leben ist Jakob ein unscheinbarer Student. Im PC-Spiel Evertale ist er Darian, ein ruhmreicher Schwertkämpfer. Dann wird das, was als Spiel begonnen hat, zur Realität auf Leben und Tod. Darian erhält den Auftrag, dem Herrscher Bokai eine versiegelte Schriftrolle zu überbringen. Doch Enruahs Wächter stellen sich ihm in den Weg. Soll er sich den Rebellen anschließen, die sich in den Bergen zum Gegenschlag formieren? Kann er die Liebe der schönen Kundschafterin Tamina gewinnen? Vieles in Enruah hat mehr mit Jakobs wahrem Leben zu tun, als ihm lieb ist.

Meine Meinung: Jakob ist der klassische Zocker: BWL-Student, unsicher, verträumt und ohne Rückrat in der richtigen Welt. Wenn wir Jakob kennenlernen bekommt man direkt einen ersten Einblick ins Leben von Jakob. Er spielt in jedem Moment seiner Freizeit ein Onlinerollenspiel mit neuartiger Engine(Realms of Evertale), gerne auch mal die ganze Nacht. Im richtigen Leben kommt er nicht so wirklich klar. Weder mit seinen Mitbewohnern, noch mit den Erwartungen die sein Vater wohl an ihn hat. Als er im Spiel feststellt, dass er sich zu langweilen beginnt trifft er auf einen sehr seltsamen Questgeber, der ihm eine noch seltsamere Quest anbietet bei der Jakob sich nicht sicher ist ob sie eigentlich Teil des Spiels ist oder nicht. Jakob nimmt an. Am nächsten Tag fällt ihm auf, dass die anderen Menschen ihn irgendwie nicht mehr richtig wahrnehmen. Daraufhin verzieht sich Jakob an den PC, in seine Welt in der er den großen Krieger Darian spielt. Kurz darauf stellt er fest, dass er mitten im spiel gelandet ist. Nicht er als Jakob allerdings, sondern das er in Darian drin steckt und dieser sich noch im Spiel befindet. So landet Jakob alias Darian in der Welt von Enruah. Er landet also im Spiel und begegnet dem Charakter Lex, der wie sich kurz danach herausstellt hinter den Schriftrollen her ist, die Darian für die Quest bekommen hat. Bei einer Flucht vor Lex wird Darian/Jakob verletzt, in diesem Moment merkt er, dass er sich wirklich in dieser Welt befindet. Er landet verwundet im Dorf Wonntau. Hier beginnt seine Reise durch Enruah, den Rest müsst ihr selbst lesen.

Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen als ich den Klappentext gelesen habe sehr hoch waren, denn genügend Potential für eine spannende und richtig gelungene Geschichte waren schon da wie ich finde. Die Geschichte selber habe ich aber zunehmend als wirr und irgendwie standart empfunden. Natürlich ist Jakob irgendwie im wirklichlichen Leben ein Weichei der nichts auf die Kette bekommt und sich deswegen in die Computerwelt zurückzieht. Und natürlich kommt er verändert aus der Welt von Enruah zurück; besser, stärker. Irgendwie so typisch Klischeehaft, dass es mir schon zu typisch ist.
Ebenso habe ich die ganze Zeit während des Lesens ein Problem mit dem Protagonisten Jakob/Darian gehabt. Ich empfand ihn als wirklich arg naiv. er ist angeblich total zurückgezogen, aber in Enruah wächst er mal eben innerhalb von zwei Szenen über sich hinaus. Charakterentwicklung: ok, gerne. Aber das war mir oft zu schnell. Zudem ging es mir tierisch auf den Keks, dass Jakob ständig meint er müsste sich als „Held“ verhalten und wüsste ganz genau wie das geht und das er auf der „richtigen“ Seite steht. Ganz ehrlich!? Wenn er wirklich so viele Computerspiele gespielt hätte wie er im Buch im Laufe der Geschichte immer wieder erwähnt, dann müsste er eigentlich wissen, dass jede Medaille zwei Seiten hat!!
Gegen Ende steigt der Spannungs-und Erfahrungsbogen der Geschichte allerdings dann doch noch etwas an und das Ende mag für viele überraschend sein, ich fand es allerdings relativ vorhersehbar. So auch welchen Figuren er unterwegs begegnet; ich finde es sehr geradlinig, für mich keine wirklichen Überraschungen. Wie in einem Computerspiel eben, relativ statische Quests.

Der Schreibstil von Timo Braun in „Die Wächter von Enruah“ ist jung, aber nicht zu jugendlich. Es lässt sich flüssig lesen. Die Beschreibungen von Kampfszenen etc. sind nicht zu kompliziert und trotzdem musste ich besonders eine Kampfszene mehrmals lesen, weil ich es mir irgendwie nicht vorstellen konnte. In der Story sind viele Markengegenstände erwähnt, viele Spielevergleiche werden gezogen die für mich aber irgendwie ungelenk eingebunden worden sind. Sie wirken so platziert, anstatt einfach in die Sprache oder einen Dialog, einen Gedankengang mit einzufließen.
Das Cover finde ich dagegen schön gestaltet. Besonders gut hat mir diese Verbindung dieser gezeichneten Fantasywelt mit dem Gittergerüst des virtuellen Aufbaus (der Turm) gefallen.

Fazit: Für meinen Geschmack ist das Buch etwas zu Klischeehaft. Ich hätte mir gewünscht, dass mit diesem Zocker-Klischee mehr gespielt wird, besser untergebracht. Ich denke das „Die Wächter von Enruah“ für Fantasyfans trotzdem interessant sein könnte, denn es ist auch nicht schlecht geschrieben. Nur Onlinerollenspieler mit einem Faible für Bücher werden in meinen Augen nicht ganz glücklich mit diesem Buch. 3 von 5 Punkten

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